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Kurzfristige Beschäftigung

(nicht mit 400-Euro-Jobs zu verwechseln = geringfügige Beschäftigung!)

Die kurzfristige Beschäftigung bleibt weiterhin sozialversicherungsfrei und kann vom Arbeitgeber ohne Vorlage einer Lohnsteuerkarte mit 25% pauschal versteuert werden.

Kurzfristige Beschäftigungen bieten für den Arbeitgeber die Möglichkeit Arbeitnehmer ohne die Zahlung von Sozialversicherungsabgaben (nicht mit der Steuer verwechseln, die nach wie vor bezahlt werden muss) zu beschäftigen.

Die kurzfristige Beschäftigung darf innerhalb eines Jahres zwei Monate dauern, wenn die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird, bzw. 50 Tage nicht übersteigen. Sind mehrere Beschäftigungen zu addieren, so treten an die Stelle des Zweimonatszeitraums 60 Kalendertage.
Treffen Beschäftigungszeiten mit mindestens fünf Arbeitstagen in der Woche und solche mit weniger als fünf Arbeitstagen in der Woche zusammen, so ist einheitlich von 50 Arbeitstagen auszugehen. Wird dieser Zeitraum wider Erwarten überschritten, so tritt Versicherungspflicht vom Zeitpunkt der Überschreitung an ein. Stellt sich eine Überschreitung aber bereits im Laufe der Beschäftigung heraus, so beginnt die Versicherungspflicht mit dem Tag, an dem die Überschreitung bekannt wird. Bei der Prüfung, ob der Zeitraum von zwei Monaten oder fünfzig Tagen überschritten wird, müssen auch die Urlaubstage beachtet werden, da die Zeiträume sich durch die Berücksichtigung dieser nicht verlängern. Die Zeiten mehrerer aufeinanderfolgender kurzfristiger Beschäftigungen sind ohne Rücksicht auf die Höhe der darin erzielten Arbeitsverdienste zusammenzurechnen. Dies gilt auch dann, wenn die einzelnen Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden. Es ist jeweils bei Beginn einer neuen Beschäftigung zu prüfen, ob diese - zusammen mit den schon im laufenden Kalenderjahr ausgeübten kurzfristigen Beschäftigungen des Arbeitnehmers - die maßgebende Zeitgrenze überschreitet. Solange die Tätigkeit nicht berufsmäßig ausgeübt wird, kommt es bei der kurzfristigen Beschäftigung – anders als bei den geringfügigen 400 € Minijobs – auf die Höhe des Einkommens nicht an.

Gesetzliche Feiertage werden als Beschäftigungszeit mitgerechnet, da nach § 2 des Entgeltfortzahlungsgesetzes dem Arbeitnehmer die Arbeitszeit zu bezahlen ist, die infolge von gesetzlichen Feiertagen ausfällt.

Im Übrigen darf eine kurzfristige Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden, was aber bei Studierenden i.d.R. unproblematisch ist. Berufsmäßig wird eine Beschäftigung u. a. dann ausgeübt, wenn sie nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Sie darf also nicht allein für die Sicherung des Lebensunterhalts bzw. –standards bestimmt sein. Berufsmäßigkeit liegt z.B. nicht vor, wenn der kurzfristige Minijob neben einer Hauptbeschäftigung oder beispielsweise von Hausfrauen, Altersrentnern, Schülern und Studenten ausgeübt wird.

Eine kurzfristige Beschäftigung kann auch neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ausgeübt werden, ohne selbst versicherungspflichtig zu werden. Sie kann sogar neben einer geringfügigen Beschäftigung ausgeübt werden, da bei der Frage einer möglichen Beitragspflicht kurzfristige und geringfügig entlohnte Beschäftigungen nicht zusammengerechnet werden.

Die Besteuerung erfolgt individuell oder durch eine Arbeitgeberpauschale von 25% plus Soli-Zuschlag und ggf. Kirchensteuer. Für Aushilfskräfte in der Land- und Forstwirtschaft gelten im übrigen eine Reihe von Sonderregelungen.

Es erfolgt keine Zusammenrechnung mit anderen Einkommensarten.

Nochmal im Einzelnen:

Sozialversicherung
Als kurzfristige Beschäftigung gilt eine Tätigkeit, die, wie oben erwähnt, vertraglich oder nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses auf längstens 2 Monate oder – bei weniger als fünf Arbeitstagen in der Woche – auf insgesamt 50 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt ist.

Geht ein Arbeitsverhältnis über ein Jahr hinaus oder ist es durch eine Rahmenvereinbarung von vornherein auf jährliche Wiederholungen angelegt, liegt keine kurzfristige Beschäftigung vor; dies gilt auch, wenn pro Jahr an höchstens 50 Arbeitstagen gearbeitet wird.

Liegt eine kurzfristige Beschäftigung vor, ist diese für Arbeitgeber und Arbeitnehmer generell sozialversicherungsfrei. Es fallen auch keine Pauschalbeiträge für den Arbeitgeber an. Dies gilt auch, wenn sie neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung oder einer geringfügigen Beschäftigung ausgeführt wird. Dennoch muss der Arbeitgeber das kurzfristige Beschäftigungsverhältnis der Krankenkasse, der Minijob-Zentrale (Call-Free: 08000 200 504) melden.

Unfallversicherung
Der kurzfristig Beschäftigte ist kraft Gesetzes in der gesetzlichen Unfallversicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Die Beiträge zu dieser Pflichtversicherung müssen vom Arbeitgeber an die zuständige Berufsgenossenschaft gezahlt werden. Ist der Arbeitgeber ein privater Haushalt, so ist bspw. in Hessen die "Unfallkasse Hessen" zuständig.

Lohnsteuer
Der Arbeitslohn aus einer kurzfristigen Beschäftigung ist uneingeschränkt lohnsteuerpflichtig. Die Möglichkeit, ihn steuerfrei unter Vorlage einer Freistellungsbescheinigung des Finanzamts zu zahlen, existiert nicht. Vielmehr gilt das übliche Steuerabzugsverfahren über die Lohnsteuerkarte bzw. es besteht die Möglichkeit, die Lohnsteuer – ohne Vorlage der Lohnsteuerkarte – mit einem pauschalen Steuersatz von 25 % des Arbeitslohns zu erheben.
Voraussetzungen für die Pauschalbesteuerung: der Arbeitnehmer wird bei dem Arbeitgeber gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt und die Dauer der Beschäftigung darf 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht übersteigen; außerdem darf der durchschnittliche Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer 62 € je Arbeitstag und 12 € je Arbeitsstunde nicht übersteigen; wird die Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich, entfällt die Begrenzung des Arbeitslohns auf durchschnittlich 62 € je Arbeitstag). Außerdem werden Solidaritätszuschlag (5,5 % des Lohnsteuerbetrags) sowie ggf. Kirchensteuer (in Hessen 7 bzw. 9 % des Lohnsteuerbetrags) fällig.

Auch für kurzfristig Beschäftigte muss der Arbeitgeber ein Lohnkonto führen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

 


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