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2001-10-29 23:34:04

Prüfungen vor Kammern immer weniger gefragt



Prüfungen vor Handwerks- und Handelskammern sind trotz eines boomenden Weiterbildungsmarktes immer weniger gefragt. So seien 1999 nur noch rund 115 000 berufliche Weiterbildungsprüfungen vor Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie Ärztekammern abgelegt worden, teilt das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln mit. Das seien 17 000 weniger als noch 1992.

Während die Zahlen im Osten weitgehend konstant blieben, seien sie in Westdeutschland um rund 15 Prozent zurückgegangen. Betroffen seien besonders die Meisterlehrgänge in den Bereichen Bau und Metall: Gegenüber 1992 gab es hier ein Minus von 25 Prozent auf 34 000 Absolventen.

Gründe für das nachlassende Interesse sind neben der demographischen Entwicklung vor allem finanzielle Sorgen, so das Institut. So schlage die Ausbildung zum Industriemeister Chemie mit rund 7000 Mark zu Buche, die zum Zahntechniker sogar mit 20 000 Mark. Auch das 1996 eingeführte Meister-BAföG, das ein zinsgünstiges Darlehen bis 20 000 Mark und einen monatlichen Unterhalt von bis zu 1085 Mark vorsieht, habe das Interesse an der beruflichen Weiterqualifizierung offenbar nicht entscheidend steigern können. Abzuwarten bleibe die Entwicklung nach dem 1. Januar 2002: Ab diesem Datum wolle die Bundesregierung die Mittel für das Meister-BAföG deutlich erhöhen.


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