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2001-06-25 09:40:50 Kleider machen Leute - Schneider liefern MaßarbeitDrei Jahre dauert die Ausbildung zum Herrenschneider. Am Anfang steht das Erlernen des sicheren Umgangs mit Nadel und Faden, zum Ende der Lehrzeit sollen die Azubis selber Hose, Weste, Sakko und Mantel anfertigen können. Außerdem steht unter anderem Materialkunde auf dem Lehrplan. Inmitten der Massenproduktion haben sie sich gehalten, die kleinen, feinen Herrenschneider. In Deutschland sind es nach Angaben des Bundesverbandes des Maßschneiderhandwerks in Essen noch immer 5496 Schneidereien, die individuell und in Handarbeit Kunden betreuen. Ziemlich umfangreich sei die ganze Ausbildung, meint Bernd Lotte, der beim Deutschen Mode-Institut in München für die Herrenmode zuständig ist. Das liege daran, dass es vieler einzelner Schritte bedürfe, bis ein Anzug fertig sei - und alle diese Arbeitsgänge lägen beim Herrenschneider in einer Hand. Jeder im Schneidergeschäft müsse deshalb alles können. Die Ausbildung zum Herrenschneider ist eine anerkannte Lehre nach der Handwerksordnung und erfolgt im Wesentlichen im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Derzeit bilden in der Bundesrepublik rund 130 Betriebe Nachwuchs aus. 300 Mark im Monat verdienen die Schneiderlehrlinge im ersten Lehrjahr, im zweiten und dritten Lehrjahr sind es jeweils 100 Mark mehr - Geld macht daher für die Auszubildenden nicht den Reiz an ihrer Arbeit aus. Attraktiv wird der Beruf in erster Linie durch die geforderte Kreativität. Die müssen die Auszubildenden spätestens bei ihrer Gesellenprüfung unter Beweis stellen, wenn sie ein Sakko von der ersten zur zweiten Anprobe vorzubereiten haben. «Ärmel sind da dann schon dran, Kragen, Taschen, Futter und Knopflöcher sind auch vorhanden, und das alles wird in Handarbeit gemacht», erklärt Erika Ortkemper, Vorsitzende des Bundesverbands des Maßschneiderhandwerks. Wer diese Gedulds- und Kreativitätsprobe besteht, verdient nach der Gesellenprüfung genau 18,28 Mark in der Stunde, so Jens Kastrup, Geschäftsführer des Bundesverbands. Diese Zahl gelte für Nordrhein-Westfalen, «damit liegen wir so ziemlich in der Mitte dessen, was gezahlt wird.» Etliche Lehrlinge streben daher die Meisterprüfung an, um sich selbstständig machen zu können und dann etwas mehr zu verdienen. Für manchen Herrenschneider ist die Lehre auch die Grundlage für ein anschließendes Studium im Design-Bereich. «Natürlich möchte jeder gerne ein Lagerfeld werden», sagt Lotte. «Doch das ist nicht aus dem Hut zu zaubern.» Informationen zum Beruf des Herrenschneiders gibt es in den Berufsinformationszentren (BIZ) der Arbeitsämter, im Internet unter http://www.arbeitsamt.de sowie beim Bundesverband des Maßschneiderhandwerks in Essen (Tel. 0201/32 00 89, Internet: http://www.bundesverband-massschneider.de) oder beim Deutschen Mode Institut in München (Tel.: 089/511 92 30, Internet: http://www.mode-institut.de). Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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