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2001-10-29 23:37:39

Mediengestalter - Kreative Köpfe für die Neuen Medien



Künstlerische Neigungungen, handwerkliches Geschick und technisches Verständnis müssen sich nicht ausschließen: Der Beruf des Mediengestalters für Digital- und Printmedien fordert alle diese Fähigkeiten.

So gehören etwa zu den Hauptaufgaben eines Mediengestalters die Aufarbeitung grafischer Vorlagen am Computer, die Gestaltung von Web-Seiten sowie die digitale Bearbeitung von Videobildern und auch die Verwaltung der Daten.

Erst 1998 ging dieser Beruf aus vier vormals unabhängigen Berufen hervor. Auf Grund veränderter Anforderungen in der Medienbranche löste der Beruf des Mediengestalters die Berufe Reprografiker, Reprohersteller, Schriftsetzer und Werbevorlagenhersteller ab. Bereits wenige Jahre später hat sich der neue Beruf etabliert. Einer Erhebung des Bundesinstitutes für Berufsbildung in Bonn zufolge arbeiteten im vergangenen Jahr schon über 5000 Mediengestalter - mit steigender Tendenz.

«Für meine Lehrlingsstelle gingen weitere 50 Bewerbungen ein», sagt Isabell Kamp, Auszubildende im zweiten Lehrjahr in einem mittelständischen Unternehmen in Troisdorf bei Köln. Im vergangenen Jahr sei der Andrang auf den einzigen Lehrplatz der Firma nochmals erheblich gestiegen. Das wachsende Interesse an diesem Beruf kann Isabell Kamp jedoch gut nachvollziehen. Denn die Ausbildung sei sehr abwechslungsreich. In ihrem Unternehmen ist sie beispielsweise von der Beratung des Kunden über die Organisation bis hin zur kreativen Durchführung eines Auftrages von Anfang an dabei.

Neben Flexibilität und Teamfähigkeit ist bei der Ausbildung ein hohes Maß an technischem Verständnis für die Arbeiten mit dem Computer, etwa Bildbearbeitungs- oder Layout-Programmen, wichtig. Das lernen die Auszubildenden vor allem während vierwöchiger Unterrichtsblöcke, für die sie alle drei Monate in die Berufsschule müssen.

In der Berufsschule wird das Basiswissen in den vier verschiedenen Fachrichtungen, die das Berufsbild des Mediengestalters zusammenfasst, vermittelt. Dies seien die Richtungen Operating, Technik, Mediendesign und Mediengestaltung sowie Beratung, sagt Martin Joseph, Ausbildungsberater für die Design- und Druckindustrie bei der Industrie- und Handelskammer in Hamburg. Mit Beginn der Lehre müssen sich die Azubis jedoch festlegen und eine der Fachrichtungen als Schwerpunkte wählen. Denn die Prüfungen vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind je nach gewählter Fachrichtung unterschiedlich gestaltet.

So kann die Ausbildung entweder im Verlagswesen - dem «Print-Bereich» - oder bei Multimedia-Agenturen - dem «Non-Print Bereich» - absolviert werden. «Wir bilden derzeit 26 Lehrlinge aus», sagt Friedel Kathöfer, Vorstufenleiter bei der Mohn Media AG, einer Tochterfirma der Bertelsmann Arvato AG in Gütersloh. Um einen der begehrten Ausbildungsplätze zu ergattern, sei wenigstens die Mittlere Reife, besser noch die Höhere Handelsschule oder das Abitur, erforderlich.

Allerdings entscheide nicht nur der Schulabschluss, sondern vor allem das Abschneiden in den Auswahltests, sagt Kathöfer. Dabei werde die Eignung der Bewerber getestet. Dazu zählten insbesondere Farbsicherheit und räumliches Vorstellungsvermögen. «Unseren Lehrlingen wird von Anfang an viel Kompetenz übertragen», sagt Friedel Kathöfer. Wer dabei nicht belastbar sei, könne sich in diesem Beruf nicht durchsetzen. Dafür wird der Einsatz der Lehrlinge in allen Betrieben auch nach Tarif entlohnt. Das bedeutet im ersten Lehrjahr ein Gehalt von rund 1300 Mark im Monat, im zweiten 1400 und im dritten Jahr 1500 Mark. Ein Berufseinsteiger wird anfangs gut 4000 DM brutto auf seinem Konto verbuchen können.

Die Einschätzung der Experten ist gleich lautend: Der Beruf des Mediengestalters für Digital- und Printmedien hat Zukunft. «Durch die zunehmende Digitalisierung wird man auf sie nicht mehr verzichten können», sagt Martin Joseph von der Handelskammer Hamburg. Und auch Isabell Kamp blickt rosigen Zeiten entgegen: «Gerade habe ich das Angebot bekommen, in meiner Firma bleiben zu können».

Informationen: Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien, Kurfürstenanlage 69, 69115 Heidelberg (Tel.: 06221/90 56 30, Fax: 06221/905 63 15, Internet: http://www.zfamedien.de).


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