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2001-10-15 09:25:46 Jobs in der MultimediabrancheOb «Content Manager» oder «Producer» - trotz der zahlreichen Entlassungen in der Internet-Branche versprechen viele Bildungsinstitute weiterhin gute Aussichten für Menschen in Multimedia-Berufe. Einige berufliche Qualifizierungen entpuppen sich im Nachhinein allerdings eher als Bremse für die Laufbahn denn als Sprungbrett für die Karriere. Katharina M. aus Hamburg zum Beispiel musste am eigenen Leib erfahren, dass nicht jede Multimedia-Weiterbildung die Türen der Arbeitgeber öffnet. Das Zertifikat als Multimedia-Fachfrau sollte ihr nach der Erziehungspause einen Neustart ermöglichen. Zwölf Monate lang büffelte die ehemalige Vertriebsleiterin von den Grundlagen des Webdesigns bis hin zur Projektleitung das komplette Multimedia-ABC. Der berufliche Einstieg gelang ihr indes erst nach mehreren Anläufen. «Arbeitgeber riechen hinter allgemeinen Weiterbildungen sofort Halbwissen, und das ist derzeit nicht erwünscht», sagt M. . Seit einem Jahr setzt sich der Deutsche Multimedia Verband (dmmv) mit Sitz in Düsseldorf deshalb vehement für eine qualifiziertere Weiterbildung ein. Dazu hat der Verband vier Tätigkeitsfelder definiert: Projektleitung, Konzeption, Design und Programmierung. Es wird empfohlen, sich in der Weiterbildung auf einen dieser vier Aspekte zu konzentrieren. «Übergreifende Lehrgänge sind für die Qualifizierung zum Multimedia-Spezialisten ungeeignet», erläutert Gert Krenkel, Leiter des dmmv-Arbeitskreises Aus- und Weiterbildung. Der Nutzen von Multimedia-Qualifizierungen für eine Neuorientierung im Beruf ist aber nicht grundsätzlich fragwürdig geworden. «Das Ruder auf Grund eines Engpasses komplett umzureißen wäre falsch», sagt Werner Dostal vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bei der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg. Denn während sich die schwächelnde Multimediabranche momentan restrukturiert, stellen klassische Werbeagenturen und andere Firmen aus der «Old economy» vermehrt Fachkräfte ein. Wer sich für eine Weiterbildung interessiert, sollte sich vorher umfassend über die Maßnahme, Zukunftsaussichten und den jeweiligen Bildungsträger informieren. Um bei der Auswahl des Instituts zu helfen, hat der dmmv Richtlinien entwickelt, die auf seiner Website unter http://www.dmmv.de zu finden sind. Bildungsträger selbst können sich beim dmmv zertifizieren lassen und so ein Qualitätssiegel erwerben. Bis Anfang Oktober hatten dieses Siegel zwar erst drei Firmen erhalten, und zwar die Unternehmen Dr. Galwelat cimdata und L4 in Berlin sowie AEP in Hamburg. «Doch schon zum Winter werden es mehr sein», verspricht Krenkel. Neben einer zu allgemein gehaltenen Ausbildung erschwert auch ein bei Arbeitgebern unbekanntes Institut den beruflichen Umstieg. Das gilt auch für Einrichtungen, die ihren Betrieb inzwischen eingestellt haben, wie im Fall von Katharina M. . «Nicht wenige wollten vom Multimedia-Boom partizipieren und eröffneten kurzerhand ein Institut. Doch langsam trennt sich die Spreu vom Weizen», beobachtet Krenkel. Um so wichtiger ist es, dass Interessenten sich nach dem Ruf des jeweiligen Bildungsträgers erkundigen. Dafür ist es ratsam, sich unter ehemaligen Teilnehmern umzuhören. Viele Institute veröffentlichen Absolventenlisten auf ihrer Website. Auch bei möglichen späteren Arbeitgebern kann man sich nach dem Stellenwert einer Aus- oder Weiterbildungseinrichtung erkundigen. Vielleicht baut sich auf diese Weise auch bereits ein erster Kontakt auf, der hilfreich beim späteren beruflichen Einstieg ist. Auch bei den potenziellen Arbeitgebern selbst lässt sich ergründen, welche Qualifikationen aktuell gefragt sind. «Derzeit suchen wir Kollegen mit viel praktischer Erfahrung und Spezialkenntnissen, etwa als Multimedia-Autor», erläutert etwa Tanja Koschade, Sprecherin der Multimedia-Agentur Argonauten in München. Doch jeder Spezialisierung muss eine solide Grundausbildung vorausgehen. In zu großem Spezialistentum lauert auch eine Gefahr, denn berufliche Trends sind kaum berechenbar, und der Bedarf der Unternehmen ändert sich mitunter binnen weniger Monate. «Kaum haben die Institute reagiert und neue Lehrgänge installiert, kann sich der Wind schon wieder gedreht haben», warnt Werner Dostal. Es ist den Experten zufolge daher wichtig, Weiterbildungen auf der vorhandenen Qualifikation aufzubauen und seinen eigenen Neigungen zu folgen. Der Bäcker, der zum Beispiel wegen einer Mehlstauballergie zum Programmierer umschult, sei weiterhin die absolute Ausnahme. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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