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2001-04-09 12:23:43 Reiseverkehrskaufmann - Profi im Träume erfüllenIhre Eltern fuhren am liebsten mit dem Wohnmobil in Ferien. Als Kind hat Francesca Keßler auf diese Weise ganz Europa gesehen. Heute ist die 32-Jährige Reiseverkehrskauffrau bei DER - Deutsches Reisebüro GmbH in Frankfurt. Dass sie damit eine Leidenschaft zum Beruf gemacht hätte, bestreitet sie allerdings: «Viele denken, dass Reiseverkehrskaufleute ständig beruflich Urlaub machen. Das stimmt natürlich nicht.» Keßler hat sich nach dem Fachabitur für die Ausbildung in der Tourismusbranche entschieden. «Der Reiz an dem Beruf liegt darin, Menschen etwas nahe zu bringen, was sie sich wünschen. So kann ich ihnen ein wenig ihre Träume erfüllen.» Für die Arbeit am Verkaufstresen des Reisebüros muss Keßler über die aktuellen Angebote auf dem Laufenden sein, diese zusammen stellen und kalkulieren können. In Flugplänen und Katalogen von Reiseveranstaltern kennt sie sich daher bestens aus. «Vom kleinsten Bahnfahrschein über Mietwagenversicherungen bis hin zu mehrwöchigen Kreuzfahrten: Jeder Kunde hat andere Bedürfnisse. Die muss ich erkennen und daraus ein individuelles Angebot entwickeln», erläutert Keßler. Jennifer Görlitz hat im August ihre Ausbildung im Reisebüro Schildesche in Bielefeld begonnen. Der 17-Jährigen gefällt, dass sie bei ihrer Arbeit viel mit Menschen zu tun hat. «Ein normaler Büroalltag wäre mir zu langweilig», sagt sie. «Im Reisebüro berate ich jeden Tag andere Kunden.» Zu Beginn der Lehrzeit stehen Bahn- und Hotelbuchungen auf dem Ausbildungsplan: Das Einmaleins von Tarifen und Ermäßigungen will gelernt sein. Nach einiger Zeit beginnen Auszubildende mit der Kundenbetreuung. In der Berufsschule sind Geographie und Landeskunde wichtige Fächer. Görlitz lernt die Sehenswürdigkeiten verschiedener Länder kennen und erfährt alles über die Besonderheiten, die bei der Reise in bestimmte Regionen zu beachten sind. «Dazu gehören zum Beispiel Einreisebestimmungen und vorgeschriebene Impfungen.» Auch über die politische Lage in manchen Ländern sollte ein Reiseverkehrskaufmann informiert sein. «In der Schule haben wir zum Beispiel über die Anschläge auf Touristen vor dreieinhalb Jahren im ägyptischen Luxor gesprochen», sagt Görlitz. Die Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau dauert in der Regel drei Jahre. Ein bestimmter Schulabschluss wird nicht vorausgesetzt. Gerade Reiseveranstalter stellen aber oftmals hohe Anforderungen: TUI in Hannover erwartet von Bewerbern mindestens einen mittleren Bildungsabschluss. Fachabitur oder die allgemeine Hochschulreife erhöhen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Auch ein Schulpraktikum in der Reisebranche, ein Auslandsaufenthalt und Fremdsprachenkenntnisse sind gern gesehen. Englisch, Spanisch und Französisch sind laut Kathrin Segebarth, Ausbildungsleiterin bei der TUI, in der Tourismusbranche die wichtigsten Sprachen. Bei Bewerbern achtet Segebarth aber auch auf Teamfähigkeit, Offenheit und Kundenorientierung. Die Auszubildenden der TUI durchlaufen alle Abteilungen des Unternehmens. Dazu zählen die Bereiche Beförderung, Kundendienst und Kalkulation. «Vorgesehen sind auch ein Einsatz in der Reiseleitung im Ausland, ein Praktikum im Reisebüro und Schulungen zu touristischen Themen», fügt Segebarth hinzu. Die meisten Lehrstellen bieten Reisebüros und Veranstalter an. Nach der Ausbildung arbeiten Reiseverkehrskaufleute aber auch bei Kurverwaltungen und Fremdenverkehrseinrichtungen. Hier beraten sie etwa in der Touristeninformation Gäste, die Stadt und Region erkunden wollen. Deshalb sind Fremdsprachenkenntnisse bei diesen Arbeitgebern besonders gefragt. Die Zahl der Ausbildungsstellen ist nach Angaben des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes (DRV) in Berlin steigend. «Tourismus ist eine Wachstumsbranche», so Eleonore Gutmacher, Referentin für Berufsausbildung bei dem Verband. Am Personalbedarf in der Branche hat auch das Internet nichts geändert. Die Möglichkeit, Reisen online zu buchen, ersetze nicht das Beratungsgespräch. «Eine Urlaubsreise ist etwas so Privates und Individuelles, dass das Bedürfnis der Kunden nach persönlicher Betreuung immer vorhanden sein wird», sagt Gutmacher. Informationen: In der Reihe «Blätter zur Berufskunde» ist unter der Bestellnummer 0-75-00 der Titel «Berufe im Tourismus» erschienen. Die Broschüre ist kostenlos bei allen Arbeitsämtern zu bestellen. Auskünfte zur Ausbildung erteilt auch der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter Verband, Albrechtstraße 9-10, 10117 Berlin (Tel.: 030/28 406 19). Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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