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2001-10-29 23:34:26 Frische Bergluft statt BüromiefEntspannt über die Hänge schwingen oder gemütlich in der Hütte auf den nächsten Einsatz warten, statt gestresst im Büro zu sitzen: Nicht wenige Wintersportler träumen davon, ihr Hobby zumindest zeitweise auch zu ihrem Beruf zu machen und zum Beispiel als Skilehrer den Winter in den Bergen zu verbringen. Doch der Weg dorthin ist oft mühsamer als die von zahlreichen Verkehrsstaus gebremste Fahrt in die Skigebiete. Zu vielen Berufen im Schnee gehört neben einer entsprechenden Begabung und Ausbildung auch eine Portion Idealismus - so sind die Arbeitszeiten oft lang, die Bedingungen hart, der Verdienst jedoch eher gering. «Der Verdienst zum Beispiel von Skilifthelfern ist relativ gering, die Lebenshaltungskosten in Fremdenverkehrsorten aber sind sehr hoch», sagt Franz Werner von der Bayerischen Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen. Überwiegend ehrenamtlich und damit völlig unbezahlt wird bei der Bergwacht gearbeitet, wie Bernhard Böck, Landesgeschäftsführer der Bergwacht Bayern in München, berichtet. Und auch die Tätigkeit als Skilehrer zahlt sich materiell gesehen nur selten groß aus: «Reich wird man nicht, dafür kann man aber die Welt kennen lernen», sagt Peter Hennekes, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Skilehrerverbands in Ebenhausen (Bayern). Der Verband bietet verschiedene Seminare zur Ausbildung von Skilehrern an - angefangen von der Grundstufe über den so genannten Verbandsskilehrer bis zur höchsten Stufe, dem staatlich geprüften Skilehrer. «Dabei handelt es sich um eine offizielle Fachsportlehrer-Ausbildung, die zwischen drei und fünf Jahren dauert», erklärt Hennekes. Künftige Skilehrer sollten nicht nur überdurchschnittlich gut Skifahren können, sondern zum Beispiel auch die Bereitschaft mitbringen, andere Menschen zu betreuen, sie begeistern und motivieren zu wollen und Verantwortung zu übernehmen. «Die Zeiten, in denen der Skilehrer nur vorausfährt und die Spur zieht, sind vorbei», sagt der Verbands-Experte. Wer die Ausbildung zum staatlich geprüften Skilehrer abgeschlossen hat, kann nicht nur in einer Skischule arbeiten, sondern auch eine eigene Skischule eröffnen. Grundstufen- und Verbandsskilehrer haben ebenfalls eine ganze Reihe von Möglichkeiten, aus dem Sport Kapital zu schlagen. Und je höher die Qualifikationsstufe, desto höher sei die Chance, international eingesetzt zu werden - etwa bei Skireiseveranstaltern oder in Ferienclubs, so Peter Hennekes. Begeisterung für die Bergwelt und viel Verantwortungsgefühl sollten auch Interessenten für ein ehrenamtliches Engagement bei der Bergwacht mitbringen. «Grundvoraussetzungen sind außerdem, dass man gut klettern und auch abseits der Piste Ski fahren kann und einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat», erklärt Bernhard Böck. Bergwachtsanwärter müssen zunächst eine Schulung absolvieren. «Das geschieht in den Bereitschaften vor Ort und dauert etwa drei Jahre», erklärt Böck. In dieser Zeit wachse man langsam in die Aufgabe hinein. Zu den «ganz harten Einsätzen werden junge Leute aber noch nicht mitgenommen». Eine weitere Möglichkeit, das Gebirge zum Arbeitsplatz zu machen, findet sich bei Seilbahnen- und Skiliftanlagen. Dort reicht die Palette vom Service am Lift bis hin zur Leitung des gesamten Betriebs. «Seilbahner als eigenes Berufsbild gibt es bei uns - anders als zum Beispiel in Österreich - nicht», sagt Wolfgang Bosch, Vorstand der Berchtesgadener Bergbahn. Wer als Betriebsleiter eine der großen Seilbahnen führen will, muss ein Ingenieur-Studium abgeschlossen haben. Der Betriebsleiter hat nicht nur die Verantwortung für ein sicheres, reibungsloses Funktionieren der Lifte, sondern muss sich auch um die Auswahl des Personals und die Fortbildung der Angestellten kümmern. Dazu gehören auch die Pistenraupenfahrer, die oft weit mehr können müssen als nur die Abfahrten ordentlich zu walzen - auf Kontrollfahrten müssen sie etwa auf drohende Lawinenabgänge achten. «Dann müssen wir die Lawinen sprengen», erzählt Bosch. Dazu werden jedoch absolute Fachleute alarmiert: «Solche Aufgaben dürfen nur ausgebildete Sprengmeister mit einer Spezialqualifikation übernehmen», so der Seilbahn-Chef. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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