![]() << Zurück zur JOBBER-Startseite >> |
|
2001-10-29 23:38:50 Elektroinstallateure bringen Lampen zum LeuchtenOhne Strom funktioniert in unserem Leben vieles nicht. Die Glühbirne brennt nicht, die Waschmaschine wäscht nicht. Der Elektroinstallateur ist der Mann, der die Lampe zum Leuchten bringt. Seine Arbeit umfasst aber noch mehr. «Elektroinstallateure legen nicht nur Leitungen und verknüpfen sie mit der Steckdose», sagt Frank Baumeister, Geschäftsführer im Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) in Frankfurt. Der Elektroinstallateur ist heute auch ein Fachmann für Gebäudetechnik. In modernen Bürogebäuden funktioniert nichts mehr ohne die zentrale Steuerung elektrischer Anlagen. Der Elektrofachmann vernetzt in Neubauten Computer und Fernsehen, Systeme zur Zutrittskontrolle und Videoüberwachung. Beim Bau des neuen Bundeskanzleramts oder des Frankfurter Flughafens sei das gut zu beobachten gewesen, so Baumeister. Auch in Privathaushalten seien solche Tätigkeiten zunehmend gefragt. «Keine Heizung läuft heute mehr ohne elektrische Steuerung», erklärt der Experte. Ausbildungsplätze für Elektroinstallateure bieten viele der rund 45 000 Elektrohandwerksbetriebe in Deutschland an. Außerdem bilden Energieversorgungs-Unternehmen wie die Stadtwerke aus. Auszubildende verdienen im ersten Lehrjahr je nach Bundesland zwischen 700 und 800 Mark, im zweiten und dritten Jahr etwa je 200 Mark mehr. Voraussetzungen sind der Hauptschulabschluss und eine gute Kenntnis der Grundlagen der Physik. Oswald Hammer, als geschäftsführender Gesellschafter beim Unternehmen Wesselhöfft und Rüting in Hamburg für die Ausbildung von Elektroinstallateuren zuständig, schaut bei Bewerbern auch auf die Noten in Mathematik, Chemie und Deutsch. Zudem setzt er technisches Interesse voraus. «Ein Elektroinstallateur muss Schaltungen begreifen können. Das ist ein hochtechnischer Beruf.» Auch ein sicheres Auftreten gegenüber Kunden ist wichtig. Nicht zuletzt ist der Installateur Berater und Ansprechpartner des Auftraggebers. Offen und kommunikativ sollten Bewerber daher auch sein. In der Ausbildung, die im dualen System von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule dreieinhalb Jahre dauert, lernen Elektroinstallateure das Verlegen von Leitungen, Kabeln und Rohren. Auch der Bau von Schaltungs- und Blitzschutzanlagen, Elektroheizungen und Verteilerschränken steht im Ausbildungsplan. Sicherheitsvorschriften und technische Normen nehmen ebenfalls viel Raum in der Ausbildung ein: Strom kann gefährlich sein, wenn nicht auf ausreichenden Schutz geachtet wird. Die Berufsaussichten gelten als sehr gut: «Qualifizierte Elektroinstallateure werden immer gesucht. Wir haben einen Mangel zurzeit», so Frank Baumeister. Chancen bieten sich auch nach einer der möglichen Weiterbildungen bei den Innungen. Wer sein Fachabitur nachholt, kann ein Studium an der Hochschule absolvieren und einen Abschluss als Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik machen. Fortbildungskurse bieten auch Schulen für Elektrotechnik an. Das Elektrotechnologiezentrum in Stuttgart und das Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (bfe) in Oldenburg bilden in Sicherheitstechnik, Gebäudetechnik, Computertechnik und Automatisierungstechnik weiter. Wer eine Meisterprüfung ablegt, kann einen eigenen Betrieb gründen oder sich für höhere Aufgaben in einem Unternehmen qualifizieren. Hier winken auch höhere Gehälter. In der Planung können Installateure mit Ingenieurs- oder Meisterabschluss zwischen 4500 und 5000 Mark verdienen, schätzt Andreas Glaubitz. Glaubitz ist als Elektroinstallationsmeister in der Projektplanung bei der Firma Bertram im niedersächsischen Bevern tätig. Das Unternehmen fertigt Schaltanlagen für Maschinen der Glas-, Papier-, Holz- und Lebensmittelindustrie. Glaubitz entwirft seit sechs Jahren am Computer Schaltpläne, nach denen Monteure beim Kunden anschließend elektrische Anlagen installieren. Vorher war er selbst mehrere Jahre als Monteur tätig. Mobilität ist in der Projektarbeit wichtig. Glaubitz hat auf Baustellen in ganz Europa gearbeitet und war oft mehrere Wochen unterwegs. «Neulich haben wir auch Anlagen für die Holzindustrie in Gabun gebaut», sagt der 37-Jährige. Auch Einsatzbereitschaft müssen Monteure unter Beweis stellen: «Auf Montage kommt schnell ein Arbeitstag von zehn oder elf Stunden zusammen.» Informationen: In der Reihe «Blätter zur Berufskunde» ist unter der Bestellnummer 1-II B 101 der Titel «Elektroinstallateur/in» erschienen. Die Broschüre ist kostenlos bei den Berufsinformationszentren der Arbeitsämter erhältlich. Auskünfte erteilt auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Elektrohandwerke, Lilienthalallee 4, 60487 Frankfurt, (Tel.: 069/247 74 70). Eine Übersicht aller News gibts hier. |
<< Zurück zur JOBBER-Startseite >> |