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2002-01-07 09:45:05 Pfadfinder im Dschungel der DatenbankenFrankfurt/Main (/gms) - «Information» und «Börse» sind Schlüsselbegriffe des Wirtschaftslebens. Im Beruf des Info-Brokers gehen beide eine schillernde Verbindung ein: Beruht schon das Geschäft des Aktienhändlers auf Spekulation, so gilt dies erst recht für den Info-Broker. Seine Ware ist die Information, und deren Wert lässt sich nicht in Dividenden und Kursgewinnen berechnen. Die Chancen für die Pfadfinder des Computer-Zeitalters stehen nicht schlecht. Schließlich ist der Dschungel an Daten so undurchdringlich geworden, dass professionelle Lotsen dringend benötigt werden. Einer der trendigen Datenjäger und Vorreiter seiner Branche ist Michael Klems, Inhaber des Datenbank-Informationsdienstes in Bergisch Gladbach und Betreiber der Website http://infobroker.de. Als 27-jähriger Student war Klems 1990 in einem Buch über den Begriff «Online-Datenbanken» gestolpert. Da er ohnehin nach einer lukrativen Geschäftsidee Ausschau hielt, entwickelte er das Konzept eines Recherchedienstes, der im Auftrag von Unternehmen Fachinformationen zusammenträgt. Zehn Jahre nach der Firmengründung beschäftigt Klems drei Mitarbeiter. In ganz Deutschland gibt es rund 200 selbstständige Info-Broker, schätzt Christine Fisch von der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) in Frankfurt. Weitere 1000 bis 5000 Informationsvermittler arbeiten in Unternehmen. Es gibt weder ein festes Berufsbild noch feste Zugangsvoraussetzungen. Häufig wird der Info-Broker deshalb auch als idealer Beruf für Quereinsteiger empfohlen - etwa für Absolventen geistes- und sozialwissenschaftlicher Studiengänge. Das sieht Michael Klems anders: «Bei mir arbeiten ein Verfahrensingenieur, ein Maschinenbauer und ein Kaufmann. Kenntnis der Materie ist sehr wichtig.» Die meisten Recherchedienste haben sich auf ein Fachgebiet spezialisiert, wobei technische und naturwissenschaftliche Branchen vorne liegen und entsprechender Sachverstand gefordert ist. Edda Bhattacharjee etwa hat Medizin studiert und lange in der pharmazeutischen Industrie gearbeitet. Jetzt bringt die Informationsvermittlerin aus Frankfurt Pharma-Unternehmen nach einem festen Fragenkatalog regelmäßig auf den neuesten Stand. «Die Firmen könnten sich diese Informationen auch selbst beschaffen», räumt sie ein. «Sie möchten aber nicht selbst in Erscheinung treten.» Kaum ein Info-Broker kann sich allein mit der Datenbeschaffung über Wasser halten. Christian Velten etwa, spezialisiert auf Biotechnologie, hat seine Berufsbezeichnung um die des Content- und Communication-Brokers ergänzt. Er liefert nicht bloß Informationen, sondern stellt sie auch gleich noch in Inter- oder Intranetportale des Kunden. Velten, studierter Biologe und Gründer der Agentur Scitari in Staufenberg (Hessen), ist außerdem als Dozent für die Deutsche Angestellten-Akademie tätig, die eine studienbegleitende zweimonatige Zusatzqualifikation für angehende Info-Broker anbietet. Entsprechende Kurse gibt es von kommerzieller Seite, aber auch von örtlichen Handelskammern. Die DGI bietet eine achtwöchige Weiterbildung zum Informationsassistenten zum Preis von 2300 Euro (4500 Mark) an. Informationen: Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis, Ostbahnhofstraße 13, 60314 Frankfurt (Tel.: 069/43 03 13, Fax: 069/490 90 96, Internet: http://www.dgi-info.de, E-Mail: zentrale@dgi-info.de). Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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