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2001-08-06 09:42:11

Kunsttherapeuten helfen heilen



Nach dem Fachabitur wusste Alexa Rosenbaum nur, dass sie künstlerisch und handwerklich arbeiten wollte. Und auch mit Psychologie sollte ihre Arbeit zu tun haben. Heute macht die 28-Jährige ein Jahrespraktikum als Kunsttherapeutin in einer Klinik in Herdecke bei Dortmund.

«Kunsttherapeuten benutzen die Künste, um Menschen mit ihren Schwierigkeiten zu helfen», erklärt Professor Walther Zifreund, der die Sektion Kunsttherapie beim Berufsverband für Kunst-, Musik und Tanztherapie (BKMT) in Münster leitet.

Malen, Bildhauen und das Gestalten mit Ton sind die Techniken, die jeder Kunsttherapeut beherrschen muss. Die Betätigungsfelder in dem Heilberuf sind vielseitig. Mögliche Arbeitgeber für Kunsttherapeuten sind Kliniken. Die Therapeuten sind aber auch in Kinderheimen, Alten- und Behindertenwohnheimen beschäftigt. Alexa Rosenbaum würde später gern in der Jugendpsychiatrie arbeiten. Auch Aufgaben an Schulen würden sie reizen. Dort können Kunsttherapeuten helfen, soziale Probleme durch kreatives Arbeiten in der Gruppe zu vermindern.

Die Ausbildung zum Kunsttherapeuten findet an den Fachhochschulen (FH) in Ottersberg bei Bremen und in Nürtingen (Baden-Württemberg) statt. Das Studium dauert vier Jahre und schließt mit einem Diplom ab. Zur Hälfte widmet sich die Ausbildung dem Erlernen künstlerischer Techniken. Die übrige Zeit verbringen angehende Kunsttherapeuten in wissenschaftlichen Vorlesungen. Wichtige Lehrinhalte sind Medizin, Pädagogik, Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte. Auch zwei Praktika in therapeutischen Institutionen sind vorgeschrieben.

«Wir wollen, dass die Leute wissen, auf welches Arbeitsfeld sie sich einlassen», sagt Albrecht Lampe, Kurator der FH in Ottersberg. Sechs Monate Arbeitserfahrung in einer sozialen Einrichtung werden daher bei der Zulassung verlangt. «Bewerber müssen eine Mappe mit eigenen Zeichnungen einreichen», erklärt Lampe. Trotz der staatlichen Anerkennung werden die FH für Kunsttherapie privat getragen. Daher fallen monatliche Studiengebühren von 375 Mark an. Auch Einrichtungen ohne staatliche Anerkennung bilden Kunsttherapeuten aus. Hier belaufen sich die Kosten etwa auf 600 bis 700 Mark, so Lampe.

Einer Studie der FH Ottersberg zufolge verdienen Berufseinsteiger in der Regel monatlich 3500 bis 4000 Mark brutto. Den Beruf des Kunsttherapeuten gibt es in Deutschland erst seit rund 20 Jahren. «Deshalb ist das Berufsbild bei vielen Institutionen noch nicht so bekannt», sagt Christian Hamberger, Geschäftsführer beim Deutschen Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie (DFKGT) in Nürtingen. Viele Absolventen arbeiten auf Stellen, die für Sozialpädagogen oder Ergotherapeuten ausgeschrieben waren. «Man muss Initiative zeigen und sich als Kunsttherapeut verkaufen können», weiß Alexa Rosenbaum.

Informationen: Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie (DFKGT), Sigmaringer Straße 15, 72622 Nürtingen (Tel.: 07022/93 17 04, Fax: 07022/93 17 05, E-Mail: dfkgt@t-online.de). In der Reihe «Blätter zur Berufskunde» ist der Titel «Diplom-Kunsttherapeut/in (FH)» erschienen. Die Broschüre ist bei den Berufsinformationszentren der Arbeitsämter kostenlos erhältlich. Informationen zur Kunsttherapie finden sich auch im Internet unter http://www.kunsttherapie.de.


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© 2001 Deutsche Presse Agentur (dpa)

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