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2001-11-16 11:24:53 Physikerinnen müssen mehr leisten als ihre KollegenDresden (/sn) - Physikerinnen in Deutschland bekommen trotz gleicher Qualifikation oft weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Das ist ein Ergebnis einer vom «Arbeitskreis Chancengleichheit» der Deutschen Physikalischen Gesellschaft erarbeiteten Studie. «Die Männer kommen einfach in die Leitungspositionen, wo sie rund 2000 Mark im Monat mehr verdienen», brachte die Physikerin Hannelies Nowak die Untersuchung am Rande der 5. Deutschen Physikerinnentagung in Dresden auf den Punkt. Das sei an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen immer noch normal. Die Ergebnisse der Studie widerlegen nach Angaben von Nowak zudem eine Reihe von Vorurteilen gegenüber Wissenschaftlerinnen. «Frauen geben in unserer Branche die Arbeit nicht auf, weil sie Kinder bekommen», sagte Nowak. Die Männer dagegen bevorzugten nach eigenen Aussagen häufig das traditionelle Rollenspiel, das der Frau die Kindererziehung überlässt. Für die repräsentative Umfrage seien rund 1200 deutsche Physikerinnen befragt worden. Zum Vergleich wurde eine Testgruppe von 800 männlichen Kollegen herangezogen. «Die Untersuchung ist für Deutschland einmalig», sagte Nowak. Erkennbar sei, dass auch in der Physik eine Frau für eine entsprechende Karriere mehr leisten müsse als ein Mann. «Ich bin das beste Beispiel: Mein Mann und ich haben zusammen studiert, aber ich musste immer einen Dreh mehr machen, um dieselbe Aufmerksamkeit als Physikerin zu bekommen», resümierte Nowak. Gehe es etwa um die Teilnahme an Kongressen, würden Frauen mit Begründungen abgebügelt wie: «Sie halten keinen Vortrag.» Männern dagegen werde er als Weiterbildung empfohlen. «Solchen Denkweisen müssen wir unmittelbar entgegen treten, dann wiederholt sich so etwas meist nicht», weiß Nowak. Die Untersuchung hat weitere interessante Aspekte zu Tage gefördert. «Besonders die jüngeren Männer unter 40 verstehen die Lage der Frauen sehr gut und sind potenzielle Verbündete», zählte Nowak auf. Bei älteren Kollegen sei es schwieriger, mit antiquierten Ansichten zu brechen. «Erstaunlich ist, dass sich Ältere dann auf unsere Seite schlagen, so bald ihre Töchter diese Probleme haben.» Trotz dieser Ergebnisse lehnt Nowak eine Frauenquote ab. «Frauen werden in den Naturwissenschaften zwar kritischer betrachtet, sollen aber selbst durch Leistung überzeugen.» Alles andere sei eine Frage der Geduld. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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