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2003-05-08 10:30:14 «Brücken bauen für behinderte Menschen»Erlangen - Karin Heit arbeitet mit festem Arbeitsvertrag in der Großküche einer Nürnberger Schule. Für die junge Frau ist das keineswegs selbstverständlich, denn sie ist lernbehindert. «Junge Leute mit solchen kognitiven Einschränkungen schaffen in der Regel keine Ausbildung», sagt Andrea Seeger, Projektleiterin des Integrationsfachdienstes Access in Erlangen. Karin Heit hat es dennoch geschafft - nicht zuletzt dank Access, einer nach eigenen Angaben bayernweit einzigartigen Einrichtung, die Behinderte in den Arbeitsmarkt vermittelt. Die 13 Access-Mitarbeiter wissen um die Probleme Behinderter, denn die Hälfte von ihnen lebt selbst mit einer Behinderung. Auch Access- Gründer und Geschäftsführer Karl-Heinz Miederer ist auf den Rollstuhl angewiesen. «Chancen eröffnen, Brücken bauen für die Integration behinderter Menschen ins Arbeitsleben», so beschreibt Miederer die Ziele der gemeinnützigen GmbH. Wie Karin Heit hat auch Bernd Kottusch vom 2001 gestarteten Access-Programm «Betriebliches Arbeitstraining» profitiert. Der 23- Jährige, der unter einer spastischen Störung leidet, geht heute in seiner Aufgabe als Mitarbeiter in einem Altenpflegeheim in Zirndorf bei Nürnberg auf. «Ich bin ganz normal in den Schichtdienst eingebunden», erzählt der junge Mann. «Ich wollte keine Extrawurst haben.» Der Eingliederung in den normalen Arbeitsmarkt geht beim «Betrieblichen Arbeitstraining» ein längeres Praktikum voraus, während dessen der Arbeitgeber den neuen Mitarbeiter kennen lernen kann. «Viele Arbeitgeber haben Berührungsängste», sagt Projektleiterin Andrea Seeger, die die jungen Leute betreut. Access akquiriert die Praktikumsstellen, berät die Personalverantwortlichen und hilft bei der Einarbeitung der Behinderten am neuen Arbeitsplatz. «Die meisten Behinderten sind hoch motiviert», unterstreicht Seeger. Seit dem Start des Projekts «Betriebliches Arbeitstraining» im Jahr 2001 wurden elf Absolventen in reguläre Arbeitsplätze vermittelt. Doch das Angebot ist nur ein Baustein von Access. So begleitet die «Aktion Berufsplan» Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Behinderung frühzeitig beim Übergang ins Berufsleben. Eine «persönliche Zukunftskonferenz» mit Eltern und Lehren soll helfen, Stärken und Fähigkeiten der jungen Leute herauszufinden. Mit der «Assistenz am Arbeitsplatz» wird Schwerbehinderten geholfen, die die Anforderungen eines Arbeitsplatzes erfüllen können, bei bestimmten Handreichungen aber auf einen Arbeitsassistenten angewiesen sind. Insgesamt hat Access nach Angaben von Geschäftsführer Miederer seit 1995 mehrere hundert Menschen bei der Integration ins Arbeitsleben unterstützt. Gesellschafter von Access sind drei Vereine: Das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter in Erlangen, der Verein «Gemeinsam leben - gemeinsam lernen» zur Integration behinderter Menschen im Nürnberger Land sowie der Freundeskreis des Wichernhauses, einer Behinderteneinrichtung in Altdorf. Eie wichtige Rolle spielt daneben der Beirat. Dort sitzen Vertreter aus Wirtschaft und Politik, die oft helfen können, Kontakte zu Arbeitgebern herzustellen. Finanziert wird die GmbH zum größten Teil von der öffentlichen Hand, dem Europäischen Sozialfonds und der «Aktion Mensch». «Wir haben aber auch eine beträchtliche Eigenleistung aufzubringen und sind daher auf Spenden angewiesen», betont Geschäftsführer Miederer. «Und öffentliche Mittel zu bekommen, ist immer ein Kampf.» Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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