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2003-05-06 11:21:50 Studiengebühren kein Ausweg aus FinanzkriseKassel - Studiengebühren sind nach Auffassung des Kasseler Wirtschaftsjuristen Prof. Bernhard Nagel kein Ausweg aus der finanziellen Krise deutscher Hochschulen. Die Gefahr sei, dass Studiengebühren zu viele von einem Studium abschreckten, sagte Nagel der in Kassel. Der Professor hat die sozialen Auswirkungen von Studiengebühren in mehreren Ländern untersucht - darunter in den USA, Großbritannien, Österreich und den Niederlanden. In Österreich hätten die Studiengebühren in Höhe von jährlich 726 Euro seit 2001 zu einem Rückgang der Studienanfänger um 15 Prozent geführt. Einen vergleichbaren Rückgang könne Deutschland sich mit seiner im internationalen Vergleich ohnehin geringen Quote von Studierenden ökonomisch nicht leisten. Die Wirtschaft sei auf die Hochschulabsolventen angewiesen, betonte Nagel. Der Abschreckungseffekt von Studiengebühren ist Nagels Studie zufolge in Deutschland und Österreich höher als in anderen Ländern. Der Grund: Dank eines besser ausgebauten Ausbildungssystems hätten junge Leute in diesen Ländern auch ohne Studium gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. Wenn ein Rückgang der Studentenzahl vor allem aus einkommensärmeren Schichten verhindert werden solle, müsse mit der Einführung von Gebühren gleichzeitig die finanzielle Studienförderung ausgeweitet werden. Allerdings könnten Ausgleichsmechanismen nicht verhindern, dass Studenten finanzschwacher Eltern an den Hochschulen unterrepräsentiert seien. Dies zeige sich in den USA, Australien und in England. Nagel befürwortete allerdings das schottische Modell der nachgelagerten Studiengebühr, die erst nach erfolgreich bestandenem Examen und Berufseinstieg gezahlt werden muss. Wichtiger als Gebühren sei aber eine Qualitätsverbesserung des deutschen Hochschulsystems mit mehr Wettbewerb zwischen den Universitäten sowie ein höherer Bildungsetat. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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