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2003-05-05 14:41:51

Bundesanstalt will Förderung für Behinderte überprüfen



Nürnberg - Die Bundesanstalt für Arbeit (BA) will die Förderung zur Eingliederung behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt überprüfen. «Wir müssen darauf achten, dass damit auch die Basis für eine nachfolgende Beschäftigung gelegt wird», sagte Vorstandsmitglied Heinrich Alt zum Europäischen Protesttag von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai in Nürnberg.

Auch etablierte Träger müssten sich fragen, ob ihr Angebot tatsächlich zur Integration führe. In diesem Jahr ist nach Alts Angaben aber nicht mit drastischen finanziellen Einschnitten in diesem Bereich zu rechnen.

Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen, Günter Mosen, begrüßte die Ankündigung der Bundesanstalt. «Wir nehmen positiv zur Kenntnis, dass alle Rechtsansprüche erfüllt werden», sagte Mosen bei einer Kundgebung von Behinderten-Verbänden.

Die Arbeitsgemeinschaft werde jedoch prüfen, ob die Arbeitsämter die Vorgaben der Bundesanstalt auch wirklich umsetzten. Die BA gibt nach eigenen Angaben für die berufliche Eingliederung Behinderter 2,5 Milliarden Euro aus. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahr. Ende März 2003 befanden sich laut BA rund 145 000 Menschen mit Behinderung in beruflichen Reha-Maßnahmen. Das entspricht einer Steigerung von 14 Prozent.

In Nürnberg demonstrierten mehr als 500 behinderte Männer und Frauen vor der BA für ihr Recht auf einen Arbeitsplatz. «Diskriminierung ist der Anfang vom Ende» und «Früher: weggesperrt - heute: weggespart?» hieß es auf Plakaten. Die Teilnehmer ließen hunderte Luftballons steigen. Sie befürchten finanzielle Kürzungen bei Ausbildung und Arbeit für Behinderte. Ein Arbeitsplatz aber sei Bedingung für die Teilnahme an der Gesellschaft, erläuterten die Demonstranten.

Der Sozialverband VdK appellierte an die Staatsregierung, die Integration behinderter Kinder in den Schulen weiter voranzutreiben. VdK-Landesgeschäftsführer Albrecht Engel forderte, mittelfristig auch im Freistaat alle Regelschulen für Kinder mit Behinderung zu öffnen. Vorurteile und Barrieren in den Köpfen würden bei Nichtbehinderten gar nicht erst entstehen, wenn sie von frühester Kindheit an den Umgang mit gleichaltrigen behinderten Kindern gewohnt seien.


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