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2003-04-25 14:37:24 Hamburger Tropeninstitut will Nachwuchs fördernHamburg - Ein Schüler ist sichtbar besorgt: «Ob Bioterroristen den SARS-Virus gezüchtet haben könnten», will der 16-Jährige wissen. Der Virologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg, Christian Drosten, hat eine beruhigende Antwort: «Um diesen Virus zu züchten, müssten 30 sehr gute Molekularbiologen wohl 150 Jahre arbeiten.» Der Wissenschaftler beantwortet im Hörsaal des BNI die Fragen von rund 40 Schülern aus Hamburg und Umgebung zum Thema SARS. Die meisten der jugendlichen Zuhörer gehen in die Oberstufe von Gymnasien und Gesamtschulen. Sie lassen sich von Drosten erklären, wie die Forscher am BNI das SARS-Virus identifizierten und einen Schnelltest für Verdachtsfälle entwickelten. Viele der 15- bis 18- Jährigen kennen sich mit dem Erreger der Lungenkrankheit aus: «Wir haben uns in der Schule mit dem Virus, den Ansteckungsgefahren und den Symptomen beschäftigt», sagt Maya (15) vom Gymnasium Schenefeld. Direkte Angst vor der Lungenkrankheit, die sich vor allem in Asien und Nordamerika ausbreitet, haben Maya und ihre Mitschüler eigentlich nicht: «Es ist schon ein bisschen beängstigend, aber es werden ja viele Schutzmaßnahmen ergriffen», sagt Catrin (16). «Aids ist eine viel größere Gefahr», findet auch ein Mitschüler. Mit dem Vortrag und der Diskussionsrunde zu SARS startete am Donnerstagabend eine neue Veranstaltungsreihe am BNI: «Mit Führungen, Vorträgen und Mitmach- Aktionen wollen wir den Schülern verschiedene Berufsfelder aufzeigen und den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern», sagt die Projektkoordinatorin Maren Adler. Das Interesse an der Arbeit des Tropeninstituts sei schon seit langem groß: «Bis jetzt konnten wir aber kaum praktische Angebote, sondern oft nur Führungen anbieten.» Das neue, mit öffentlichen Mitteln unterstützte Projekt «Mehr Jugend in die Wissenschaft» umfasse auch Aktionen wie Kurse im Mikroskopieren. «Eigentlich beginnen die Veranstaltungen erst am 8. Mai, aber das Thema SARS ist jetzt aktuell», sagt Pressereferentin Barbara Ebert. Und der Auftakt scheint gelungen: Die meisten Schüler sind offensichtlich zufrieden mit Vortrag und Diskussion. Verwundert bis enttäuscht sind aber einige nach einem Rundgang im Institut: Das Hochsicherheitslabor sehe doch reichlich unspektakulär aus. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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