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2003-04-24 13:08:11 Traumberuf Arzt verliert an FaszinationMünster - Der Traumberuf Arzt hat nach Angaben der Ärztekammer Westfalen-Lippe an Faszination eingebüßt. Immer häufiger wendeten sich Absolventen von Medizin-Studiengängen vom klassischen Berufsbild in Praxis oder Klinik ab, beklagte Kammerpräsident Ingo Flenker am Donnerstag in Münster. Grund seien die immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen. Die Zahl der Ärzte im Praktikum, einer der ersten Stufen im Arztberuf, sei in Westfalen-Lippe seit 1993 von 1801 auf 1253 zurückgegangen. Viele Absolventen wanderten wegen attraktiverer Perspektiven ins Ausland ab. Parallel dazu wachse das Durchschnittsalter der im Beruf stehenden Ärzte in Westfalen-Lippe. Von den 25 348 in Praxen und Krankenhäusern beschäftigten Medizinern seien nur 1081 jünger als 30 Jahre und 7624 jünger als 40 Jahre. 2322 Ärzte seien bereits älter als 60 Jahre. Gesundheitsministerin Birgit Fischer (SPD) hatte im Gegensatz zu der Einschätzung der Kammer erst vor wenigen Wochen erklärt, einen Ärztemangel werde es in Nordrhein-Westfalen auf absehbare Zeit nicht geben. Um die aus seiner Sicht ungesunde Entwicklung zu korrigieren, forderte Flenker deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen für Ärzte. Dazu gehöre die Abschaffung einengender Budgets und das Zurückdrängen von Bürokratie. Außerdem müsse das Angebot an Teilzeitstellen ausgeweitet werden. Im Gegensatz zum eigenen Nachwuchs genießt der Arztberuf in der Bevölkerung noch immer hohes Ansehen: Einer Studie des Institutes für Demoskopie in Allensbach zufolge zählen 70 Prozent der Deutschen den Arzt zu den fünf Berufen, vor denen sie am meisten Achtung haben. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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