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2003-04-24 16:49:29 Nachwuchs-Köche zieht es in die weite WeltSchwerin - Unter der Kochmütze von Andrè Eisenschmidt bilden sich Schweißperlen. Aber trotz des Stresses arangiert der angehende Koch mit geübten Handgriffen in der Großküche eines Hotels in Schwerin Salatblätter gleich auf zehn Tellern. «Nach meiner Ausbildung gehe ich auf jeden Fall ins Ausland, möglichst in den Süden, vielleicht auch in die Schweiz», sagt der Rostocker. So wie der 18-Jährige denken viele der 27 Köche, Restaurant- und Hotelfachkräfte, die am Donnerstag an der Finalrunde der 11. Landesjugendmeisterschaften der gastgewerblichen Berufe teilnahmen. Sie zieht es wegen vermeintlich besserer Berufsaussichten zunächst in die alten Bundesländer oder ins Ausland. «Dabei brauchen wir dringend gut ausgebildete Leute in heimischen Unternehmen», sagt Alois Brands vom IHK-Bildungszentrum in Stralsund. Schließlich sei die Branche das wirtschaftliche Standbein im Land. Im Tourismus werden in Mecklenburg-Vorpommern immerhin zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet. Die Branche stellt jeden sechsten Arbeitsplatz und wächst seit Jahren beständig. Im Vorjahr wurde insgesamt 21 Millionen Übernachtungen gebucht. In der Hotelküche herrscht derweil Hochbetrieb. Duzende Düfte steigen in die Nase, gleich an mehreren Herden wird gebrutzelt, geschnippelt und gerührt. Doch jeder Handgriff der Jungköche sitzt. Nach einem Theorieteil steht für sie als kulinarischer Höhepunkt das große Prüfungsessen auf dem Plan. Auf regionaler Ebene hatten sich die Finalisten bereits gegen 2000 Mitbewerber durchgesetzt. «Wer Hitze nicht verträgt, sollte die Küche meiden», sagt Brands mit einem Lächeln. In das Können des Nachwuchses hat er Vertrauen. Trotz allgemeiner Hektik achtet Brands genau auf die Einhaltung der Prüfungskriterien wie Sauberkeit, Rohstoffverwertung und Geschmack. Das gilt besonders für Delikatessen wie Forellensoufflè an Honig- Senf-Schaumsoße. Gleich mehrere solcher Vor- und Hauptspeisen, Zwischengerichte und Desserts verlassen die Küche Richtung Festsaal. «Ich möchte sie lächeln sehen», ruft Uwe Kabacher den Servier- Teams zu. Als Marketing-Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes gehört für ihn die richtige Inszenierung eines Mals zum Geschäft. Dem kritischen Blick der Prüfer an den gedeckten Tafeln entgehe schließlich nicht der kleinste Fehler. Anika Langenberg aus Burg Stargard bei Neubrandenburg ist als Hotelfachfrau für die Präsentation der Gerichte mitverantwortlich. Ihre Zukunft sieht auch sie zunächst nicht im Nordosten: «Ich will nach der Lehre fremde Länder sehen und werde versuchen, auf einem Clubschiff anzuheuern», sagt die 22-Jährige und rückt vor ihrem großen Auftritt mit zittrigen Fingern die schwarze Fliege zurecht. Eine vorübergehende Abwanderung von Fachkräften hat für Jana Maiwirth, Bildungswart des Hotel- und Gaststättengewerbes (DEHOGA), nicht nur Nachteile. «Jugendliche, die wir ausbilden und dann in die Welt schicken, sind ein großes Potenzial für uns - wenn sie zurückkommen.» Auslandserfahrung verbessere schließlich die Berufschancen. «Hoteliers vor allem an der Küste brauchen zunehmend Personal mit soliden Englischkenntnissen und möglichst einer weiteren Fremdsprache.» Zudem seien betriebswirtschaftliche Kenntnisse gefragt. «Allround-Leute sind gesucht», versichert Maiwirth. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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