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2003-04-01 16:51:29

Geld bei Arbeitnehmern wichtiger als Zeit



Hamburg - Die anhaltend schwache Konjunkturlage und die steigende Abgabenlast haben nach einer Umfrage des BAT-Freizeit- Forschungsinstituts bei den Arbeitnehmern zu einem tief greifenden Umdenken geführt. Geld werde wieder wichtiger als Zeit, heißt es in der in Hamburg verbreiteten Umfrage.

Mehr Arbeitnehmer als in früheren Umfragen seien bereit, ihre Arbeitszeit pro Tag, pro Woche oder im Leben zu verlängern, um sich mehr kaufen zu können. «Länger arbeiten - mehr verdienen: Das ist die zeitgemäße Antwort der Arbeitnehmer aus Angst vor Wohlstandsverlusten», sagte der Leiter des Instituts, Horst W. Opaschowski.

Vor diesem Hintergrund plädiert Opaschowski dafür, den Eintritt in den Ruhestand für Arbeitnehmer flexibler zu gestalten. Wer länger arbeiten wolle, müsse dazu die Möglichkeit erhalten und dafür eine höhere Rente beziehen. Gegenwärtig seien sieben Prozent aller Erwerbstätigen für eine längere Lebensarbeitszeit. «Das wären hochgerechnet über zwei Millionen Beschäftigte in Deutschland, die derzeit dem Fallbeil-Charakter des erzwungenen Ruhestands zum Opfer fallen und unfreiwillig aufs Altenteil geschickt werden», sagte Opaschowski. «Dem Prinzip der Generationengerechtigkeit würde es eher entsprechen, wenn mehr ältere - und nicht nur jüngere - Arbeitnehmer die Renten für immer mehr Ruheständler erwirtschaften.»

Nach der Umfrage ist eine breite Mehrheit der Arbeitnehmer zudem bereit, Lohnkürzungen für den Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes in Kauf zu nehmen. Der Aussage: «Wenn es einem Betrieb schlechter geht, sollte eine Senkung des Arbeitslohns möglich sein, bevor eine Kündigung ausgesprochen wird», stimmen 71 Prozent aller Arbeitnehmer zu. Für die Repräsentativumfrage des Forschungsinstituts wurden 911 Berufstätige nach ihren Vorstellungen befragt.


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