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2003-03-31 12:16:38

Computer allein machen keinen besseren Unterricht



Nürnberg - Der Einsatz digitaler Medien allein führt nach Expertenansicht in den Schulen längst nicht zu einem besseren Unterricht. Wichtiger als moderne Technik seien pädagogische Konzepte, sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Werner Sacher, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur .

Dies sei in den vergangenen Jahren jedoch vernachlässigt worden. Oft seien die Lehrer damit überfordert, Computer und Internet sinnvoll in den Unterricht zu integrieren. «Computer in die Klassenzimmer zu stellen macht noch längst keine neue Lernkultur», sagte Sacher. Die so genannten Neuen Medien hätten keine automatische Lernwirkung. «Es kommt darauf an, wie sie eingesetzt werden.» Lernen bleibe immer ein sozialer Prozess. So seien digitale Medien etwa zur Vermittlung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten weniger geeignet.

Bisher habe man viel zu sehr naiv darauf vertraut, dass Neue Medien automatisch einen Innovationsschub brächten, sagte der Wissenschaftler. «Die Entwicklung pädagogischer Konzepte hat man vernachlässigt. Da sind wir noch ganz am Anfang.» Kultusbürokratie und Industrie schöben sich gegenseitig die Verantwortung zu. «Niemand will es finanzieren.»

Fortbildungsveranstaltungen seien häufig nur darauf ausgerichtet, die Lehrkräfte technisch fit zu machen, sagte Sacher. Bei der Umsetzung der Inhalte seien sie dagegen oft auf sich gestellt. Der Wissenschaftler ermunterte die Lehrerinnen und Lehrer zugleich, auch von ihren Schülern zu lernen, die den technischen Umgang mit dem Computer oft besser beherrschten.

Dagegen seien die Lehrkräfte unverzichtbar, wenn es um die Einordnung und Bewertung von Inhalten gehe. Schüler seien oft zu mediengläubig. «Lehrer werden zunehmend auch als Lernberater gebraucht», sagte Sacher. Er wies darauf hin, dass schwache und unselbstständige Kinder mit dem eigenverantwortlichen Arbeiten am Computer auch leicht überfordert sein könnten. «Sie brauchen die Vorgaben und Fragen des Lehrers.»

Auf der «Bildungsmesse 2003» vom 31. März bis zum 4. April in Nürnberg beschäftigen sich Experten auf dem «Forum Multimedia» mit den Möglichkeiten und Grenzen der Neuen Medien für das Lehren und Lernen.


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