![]() << Zurück zur JOBBER-Startseite >> |
|
2003-03-07 09:48:06 Dritte PISA-Studie übergebenBerlin - Nach Veröffentlichung der dritten PISA-Studie über die Mängel der deutschen Schulen haben die Kultusminister gemeinsame Reformen angekündigt. Die offenkundige «Beliebigkeit» bei der Notenvergabe unterstreiche die Notwendigkeit der neuen gemeinsamen Bildungsstandards in allen Bundesländern, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Hessens Schulministerin Karin Wolff (CDU). Sie gehe davon aus, dass diese - früher als zunächst geplant - bereits zum Schuljahr 2004/2005 in Kraft treten. Kontrovers wurde von den Schulministern erstmals die Zukunft des in Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschule zergliederten deutschen Schulsystems debattiert - ohne dass allerdings Konsens über Konsequenzen bestand. Der Schulforscher und deutsche PISA-Chef Jürgen Baumert vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Berlin) hatte gefordert, «im Interesse besserer Förderbedingungen» und zur Verringerung sozialer Selektion die Aufsplitterung des Schulsystems «eher zurückzunehmen und sie nicht weiter voranzutreiben». Die Schulminister der Union sehen sich dagegen in ihrem Kurs bestätigt. Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) verwies auf das gute PISA-Abschneiden ihrer Schulen. Mit der neuen Studie werde auch «das Vorurteil von der bayerischen Paukschule» widerlegt. In der dritten PISA-Auswertung von rund 50 000 deutschen Schülertests wird erstmals offen Kritik an der Zergliederung des Schulsystems geübt, das sich obendrein durch verschiedene politische Schwerpunkte in den 16 Ländern noch weiter auseinander entwickelt habe. Es gebe quer durch alle Länder zu große Leistungsschwankungen auch innerhalb einer Schulform. «Realschulen könnten als Gymnasien, und Hauptschulen als Realschulen oder Gesamtschulen durchgehen und umgekehrt», heißt es in der Studie. Auch verschärfe die in Deutschland übliche frühe Aufteilung der Kinder nach der vierten Schulklasse auf unterschiedliche Schulformen die soziale Selektion. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat den Ländern einen «Pakt» zur Verbesserung der Studienbedingungen angeboten. Ein Ziel müsse dabei sein, die mit 27 Prozent als zu hoch angesehene Zahl der Studienabbrecher zu senken. Zudem müssten die Studierenden von den Professoren besser betreut werden, sagte Bulmahn bei der Vorstellung einer Studie über Studienabbrecher. Der Bildungssprecher der unionsgeführten Länder, Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair (CSU), lehnte Bulmahns Vorstoß als Einmischung in die Länderkompetenzen ab. Der Bund solle sich um die Dinge kümmern, für die er zuständig sei und seine Zusagen bei der Forschungsförderung einhalten. Hintergrund der Kritik Zehetmairs ist die Absicht des Bundes, die Mittel für die deutschen Forschungsorganisationen entgegen einer früheren Abmachung mit den Ländern in diesem Jahr einzufrieren. Nach den Daten der Studie nennen 71 Prozent der Studienabbrecher schlechte Bedingungen an den Hochschulen als einen von mehreren Gründen für ihr Scheitern. «Drei von vier Abbrechern fühlen sich durch ihre Professoren nicht richtig betreut und erleben die Studienorganisation als unübersichtlich», sagte Bulmahn. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
<< Zurück zur JOBBER-Startseite >> |