![]() << Zurück zur JOBBER-Startseite >> |
|
2003-01-16 16:24:48 Endspurt bei der ZVSDortmund - Die Tische in den Beratungsräumen der Dortmunder Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen (ZVS) sind umlagert. Einschneidende Entscheidungen werden getroffen. Und manchen angehenden Studenten scheint dies derart abzuschrecken, dass er sich erst im letzten Moment dazu durchringt, seinen Studienwunsch zu Papier zu bringen. Der Zentralstelle hat dies am letzten Bewerbungstag zum kommenden Sommersemester 2003, nächtliche Arbeit beschert: Als es Punkt Mitternacht für die Numerus- clausus- Fächer hieß «Nichts geht mehr», hatten rund 500 Studienbewerber ihre Anträge persönlich in Dortmund abgegeben. Nicht alle, die in den Räumen der ZVS den Antrag für Studienfach und Hochschule ausfüllen, haben sich schon endgültig festgelegt. Mit Freunden, die als Beistand mitgekommen sind, werden noch einmal die Argumente abgewogen. Die Sorge um den künftigen Arbeitsplatz steht - auch bei den Beratungsgesprächen mit ZVS-Mitarbeitern - oft im Vordergrund. Sorgen macht sich eine 26 Jahre alte Bankkauffrau, die sich für ein Wirtschaftsstudium einschreiben möchte: «Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage ein Studium zu beginnen kostet Überwindung», erklärt sie. «Ich habe bis gestern herumdiskutiert und überlegt - auch wegen meines Alters. Der Zug ist ja schon fast abgefahren.» Unsicher ist zunächst auch die 21 Jahre alte Elli, die mit ihrem Freund gekommen ist: «Er hat mich unterstützt und ein wenig überredet, und dann sind wir spontan aus Bielefeld gekommen.» Die gelernte Erzieherin will Sozialpädagogik studieren. Einen genauen Grund, warum viele Bewerber erst in letzter Minute ihren Antrag abgeben, kann in Dortmund niemand nennen. «Viele junge Leute brauchen den Zeitdruck, um zu einer Entscheidung zu kommen», vermutet ZVS-Sprecher Bernhard Scheer. «Es gibt einen bestimmten Typ Mensch, der macht alles auf den letzten Drücker.» Anderer Bewerber seien noch unentschlossen und schwankten zwischen den Alternativen Studium oder Ausbildung - oder zwischen zwei Studienfächern: «Wir haben schon Leute erlebt, die mit zwei fertigen Anträgen kommen und mit uns die Alternativen besprechen.» Allerdings gebe es «heute nicht mehr so viele Fälle von quietschenden Reifen kurz vor Bewerbungsschluss». Grund sei die Möglichkeit, per Fax oder E-Mail provisorische Anträge einzureichen und fehlende Unterschriften und Unterlagen nachzureichen. Nach ZVS-Angaben werden rund 40 000 Bewerbungen erwartet. Zum Sommersemester 2002 wurden rund 38 000 Bewerbungen gezählt. Rund 12 200 Plätze stehen zur Verfügung. Die ZVS vergibt bundesweit die Zulassungen für die Fächer Betriebswirtschaft, Biologie, Medizin, Pharmazie, Psychologie und Zahnmedizin. Außerdem verteilt sie die Studienplätze in 12 Studiengängen nur an nordrhein-westfälischen Hochschulen sowie in 7 Studiengängen an Fachhochschulen in NRW. Für viele künftige Studenten sei vor allem das Image der Hochschulstadt für ihre Entscheidung wichtig. Die Frage nach den Studienbedingungen komme ganz selten vor, sagt Scheer. «Ein wichtiges Kriterium ist das Image der Universitätsstadt.» Und: Seit vielen Jahren lasse sich bei den Studenten der Trend erkennen, zumindest in der Nähe ihres Heimatortes bleiben zu wollen. Auch die 21 Jahre alte Ina möchte am liebsten in ihrer Heimatstadt Bonn studieren. Die Biologisch-Technische Assistentin schwankte nach eigenen Angaben zwischen ihrem Wunsch, Pharmazie zu studieren, und der Möglichkeit, in ihrem Beruf zu bleiben: «Ich habe lange überlegt, ob ich mich für das Studium bewerbe oder nicht. Wenn ich es mache, muss ich genau wissen, was ich tue.» Da blieb nur der Weg zur Beratung nach Dortmund. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
<< Zurück zur JOBBER-Startseite >> |