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2002-08-01 10:38:38 Bundesliga-Tippfieber in Firmen und BehördenFrankfurt/Main - Kurz vor dem Start in die Jubiläumssaison der Fußball-Bundesliga grassiert in Deutschland das Tippfieber. Tausende Mitarbeiter von Firmen und Behörden zücken ihre Kulis und Geldbörsen, um in Tippspielen innerhalb ihrer Unternehmen den größten Fußball-Kenner oder Glückspilz ausfindig zu machen. Dabei reichen die Teilnehmerzahlen der Spielrunden von einem Dutzend bis zu mehreren Tausend. «Ohne Tippen macht die Fußball-Saison nur halb so viel Spaß», sagt Marc-Olaf Ohlsen von der Hamburger Sparkasse «Haspa» zur Begründung der Wett-Leidenschaft, die auch in seiner Firma grassiert. Bei Ohlsen laufen die Fäden des «Fusi-Tipp-Kontors» zusammen. Seit fünf Jahren spielen etwa 250 «Haspa»-Angestellte und deren Familien um einen Jackpot von über 300 Euro. Vor dem Saisonauftakt am 9. August werden einmalig der Herbstmeister, die Endtabelle, der Meister und die Absteiger per E-Mail getippt. Wenige Tage vor dem Beginn der 40. Saison ist bereits eine Tendenz zu erkennen. «Wenn´s ums Geld geht, tippen die Leute auf Nummer Sicher. Der FC Bayern München und Borussia Dortmund stehen ganz oben auf der Liste», berichtet Ohlsen. Hochmodern wird in und um Berlin gezockt. Die Energieversorger Bewag (Berlin) und e-dis (Fürstenwalde/Brandenburg) haben ein internetfähiges Bundesliga-Tipp-Spiel von dem Münchner Unternehmensberater Eckart & Partner eingekauft. Die Münchner hatten bereits während der Weltmeisterschaft ein Tipp-Programm ausgearbeitet und auf der Homepage des Mobilfunk-Anbieters T-Mobile positioniert. Es zog mehr als 2000 Mitspieler an. Die Bewag verknüpft ihr Liga-Programm mit den Homepages von Hertha BSC und der Tageszeitung «Berliner Kurier». «Etwa 5000 Spieler können über das Portal ihre eigenen Wettrunden eröffnen», erzählt ein Bewag- Sprecher. Neben dem Spaß für die eigenen Mitarbeiter sei das Tippspiel eine gute Chance, Kunden auf die Homepage zu locken. Ebenfalls auf höchstem technischen Niveau ziehen die Spieler unter den 10 000 Angestellten der Telefongesellschaft T-Mobile in die Saison. Die Bonner können über das firmeneigene Intranet an einem Bayern-München-Tippspiel teilnehmen. Der Konzern, der derzeit als Trikotsponsor für den Rekordmeister tief in die Tasche greift, lobt meisterreife Preise aus. Wer das Tagesergebnis der Bayern richtig vorhersagt, kann eine Reise zu einem Spiel, Trikots und andere Souvenirs des Liga-Krösus gewinnen. Erst eine halbe Stunde vor Anpfiff müssen die Tipps im Computerprogramm eingegangen sein. Gewettet wird aber auch in kleinen Runden. In der Redaktion der Frankfurter «Bild»-Zeitung spielt seit vier Jahren ein harter Kern von 20 Fußball-Begeisterten um einen Meister-Jackpot. Hier gibt es am Ende nicht nur einen Gewinner, sondern auch den Saison-Verlierer. Wer keinen einzigen Punkt geholt hat, muss Getränke für die ganze Redaktion ausgeben. «Natürlich hofft bei uns jeder auf mindestens ein schwarzes Schaf», schmunzelt Lokalredakteur Jörg Schaefers. Für den Schalke-Fan stehen die «Königsblauen» bereits als Meister fest. Das sieht die Belegschaft der Veltins-Brauerei im sauerländischen Grevenstein ganz ähnlich. In den verschiedenen Abteilungen wird in kleinen Gruppen getippt. «In der Flaschenabfüllung, im Export, in der Verwaltung - so gut wie überall», erzählt der Betriebsratsvorsitzende Albert Nagel. Bei dem ehemaligen Schalke-Sponsor sieht keiner die «großen drei» vorn. Nagel: «Die meisten unserer 540 Mitarbeiter legen ihre Hand dafür ins Feuer, dass Schalke Meister wird.» Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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