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2002-07-29 11:34:50

Hochschulrektoren-Präsident fordert Zentralabitur



Bonn - Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Klaus Landfried, hat ein Zentralabitur in allen Bundesländern gefordert. Damit würden die unterschiedlichen Leistungen der Studienbewerber «deutlicher und transparenter», sagte er in einem -Gespräch. Nach einer Studie des Hochschul-Informations-Systems im Auftrag des Bundesbildungsministeriums bricht jeder vierte Studierende sein Studium ab.

Landfried führte dies unter anderem auf Defizite der Abiturienten in der Lernmethodik, der deutschen Sprache sowie in Mathematik und Naturwissenschaften zurück. Er forderte die Bundesländer, die noch kein Zentralabitur haben, auf, eine zentrale Abschlussprüfung einzuführen. «Dabei sollten in allen Ländern die Aufgaben so gestellt werden, dass Problemlösungskapazitäten getestet und nicht nur Wissen reproduziert wird.»

Ein Zentralabitur haben bereits seit längerem die Länder Baden- Württemberg, Bayern, das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Beabsichtigt ist die Einführung in Niedersachsen, Hessen, Berlin und Brandenburg.

Der Hochschulrektoren-Präsident bekräftigte den Vorschlag seiner Organisation, während der ersten beiden Semester studienbegleitende Prüfungen einzuführen und nach einem Jahr über die Eignung der Studierenden für das Fach zu entscheiden. «Die Verantwortung dafür muss bei der Hochschule liegen.» Eignungstests am Beginn des Studiums in allen Fächern seien nur schwer durchführbar.

Zugleich wandte sich Landfried ausdrücklich dagegen, bei Studienabbrechern von «Versagern» zu sprechen. Viele Studierende ohne Hochschulabschluss kämen gut auf dem Arbeitsmarkt unter. Er plädierte dafür, dass die Hochschulen gemeinsam mit den Arbeitsämtern gezielt für diese Gruppe neue Wege in den Beruf aufzeigten.


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