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2002-07-03 13:13:26

Private Business School als Uni-Alternative



Bad Waldliesborn - Mit 600 Studenten saß Steffen Blaudzun an der Universität Bochum in einem Hörsaal auf der Treppe, um sich über das Studim zu informieren. «Nicht mal den Dozenten konnte ich sehen», sagt der 23- Jährige. Heute studiert Blaudzun im sechsten Semester an der privaten International Business School (IBS) in Bad Waldliesborn im Kreis Soest internationales Medien- und Kulturmanagement.

In zwei Monaten will er fertig sein. Er habe dann zwar keinen staatlichen Abschluss «aber viel wichtiger ist doch, dass die Wirtschaft ihn anerkennt», sagt Blaudzun. Maximal 26 Schüler sitzen nach Angaben von IBS-Geschäftsführer Freddy Raschke zusammen in den Seminarräumen. Die Studenten an der IBS werden Schüler genannt, weil es - im Gegensatz zu Universitäten - einen festen Stundenplan und viele verschiedene Fächer gibt. «Ich hatte im ersten Semester 15 Fächer mit 15 Klausuren», erinnert sich Blaudzun, der für seine Ausbildung tief in die Tasche greift. 625 Euro Schulgeld zahlt er jeden Monat - für die gesamte Ausbildung etwa 20 000 Euro.

Die Proteste seiner ehemaligen Kommilitonen, die zur Zeit überall im Land gegen geplante Studiengebühren auf die Straße gehen, könne er gut verstehen. «Bildung ist ein freies Gut», sagt Schulte. Als «normaler» Student hätte er sich auch an den Protesten beteiligt. Aber er habe sich bewusst dafür entschieden, für die Bildung zu zahlen.

«Andere geben ihr Geld für Urlaub aus, ich investiere in meine Zukunft», sagt Blaudzuns Kommilitone Christoph Schulte. Der 28- Jährige ist sicher, dass er nach seinem Examen als internationaler Wirtschaftsrechtler einen gut bezahlten Job bekommt. «Schneller, praktischer, effektiver», beschreibt er die Ausbildung an der IBS, die eine von bundesweit zehn privaten Wirtschaftsschulen ist.

Erfahrungen mit überfüllten Hörsälen hat Schulte sechs Semester lang gesammelt. An der Universität Paderborn hatte er bis zum Vordiplom Wirtschaftswissenschaften studiert. «Dann bin ich hier im dritten Semester eingestiegen.» Vier Semester lang hat er an der IBS gebüffelt, im März will er seinen Abschluss machen. «Ich glaube nicht, dass ich bis dahin auch in Paderborn fertig geworden wäre,» sagt Schulte.

Schulte und Blaudzun kommen mit den festen Strukturen an der IBS gut zurecht. Sie profitieren auch von den engen Kontakten der Schule zur Wirtschaft, wenn zum Beispiel Ehemalige mit Anregungen für die Ausbildung zur IBS kommen. «Wir lernen hart am Wind der Wirtschaft», sagt Schulte. Die Wirtschaft scheint das zu wissen. «Als Student der Uni habe ich immer Probleme gehabt, Praktika zu bekommen», sagt Schulte. Jetzt renne man ihm fast die Tür ein, erzählt er.


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