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2002-06-04 16:00:05

Handwerk will bei guten Schülern punkten



Halle - Das Handwerk will mit einer Imagekampagne vor allem bei leistungsstarken Schulabgängern punkten. «Junge Leute wissen leider häufig nicht, welch hohes Ausbildungsniveau das Handwerk hat», sagte Karl Spelberg, Abteilungsleiter Berufsbildung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, am 04. Juni 2002 bei einer Fachtagung zur Berufsausbildung in Halle .

«Eine IT-Qualifikation spielt in allen unseren Berufen eine wichtige Rolle», sagte er mit Blick auf moderne Techniken etwa im Kraftfahrzeughandwerk. «Selbst in traditionellen Berufen wie Bäcker oder Fleischer ist es selbstverständlich geworden, dass er die Programmiersprache versteht», sagte Spelberg unter Hinweis auf automatische Produktionsabläufe.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Halle, Willi Schlegel, forderte die neue Landesregierung von Sachsen-Anhalt auf, durch mehr Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen Anreize dafür zu schaffen, dass die Jugend im Land bleibt. «Das brennende Problem ist die hohe Abwanderungsquote. 60 000 Menschen verlassen im Jahr Sachsen-Anhalt. Darunter sind viele gut ausgebildete junge Leute», sagte Schlegel. Zugleich beklagte er eine häufig mangelnde Schulbildung von Auszubildenden. Dennoch unternehme das Handwerk große Anstrengungen, um das hohe Ausbildungsniveau zu sichern, das häufig über den eigenen Bedarf gehe.

Den Angaben zufolge erlernen derzeit rund 564 000 Jugendliche in Deutschland einen Beruf im Handwerk, das bundesweit 5,8 Millionen Beschäftigte in 600 000 Betrieben hat. Die Ausbildungsquote betrage 10 Prozent und sei damit häufig doppelt so hoch wie in anderen Bereichen der Wirtschaft. Im Bereich der Handwerkskammer Halle, welche den Süden Sachsen-Anhalts umfasst, erlernen derzeit rund 13 000 junge Leute - darunter 3000 Mädchen - einen der rund 40 Berufe.


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