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2002-05-06 10:24:50

Surf- und Segellehrerausbildung auf Rügen



Bergen/Altefähr - Sonne, Strand und Meter hohe Wellen - so stellt sich der Laie das Leben eines Surflehrers vor. Bei zehn Grad Lufttemperatur und Dauerregen auf dem Strelasund will sich das «Beachfeeling» bei Arne Felgenhauer noch nicht so richtig einstellen. Doch die Sportbootführerscheinprüfung steht vor der Tür - und die will der 22-Jährige bestehen.

Er und weitere 23 Mecklenburger und Vorpommern besuchen seit April die wohl derzeit attraktivste Fortbildung des Arbeitsamtes: In elf Monaten werden sie sich Segel- und Wassersporttrainer nennen dürfen. Erstmals in Mecklenburg-Vorpommern fördert ein Arbeitsamt eine solche Ausbildung. «Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist groß», ist sich Antje Schuldt, zuständige Arbeitsberaterin vom Arbeitsamt Bergen auf Rügen, sicher. 22 Segel- und Surfschulen sowie große Hotelanlagen hätten bei einer Umfrage im Land angegeben, Segel- und Wassersporttrainer zu benötigen, sagt sie. Ähnliches bestätigt auch das Wirtschaftsministerium in seinem Gutachten zum maritimen Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach liegen Segeln, Motorbootfahren und Paddeln voll im Trend. Jeder dritte Urlauber im Nordosten hat nach der Studie ein starkes Interesse am Wasserwandern mit Kanu/Kajak, an Segeltörns sowie am Surfen. Dieses Potenzial sei noch nicht abgeschöpft, heißt es in dem Gutachten.

Die meisten Teilnehmer der Arbeitsamtsmaßnahme waren wie Arne Felgenhauer zuvor arbeitslos oder wurden beispielsweise durch eine Allergie oder einen Unfall zur Aufgabe ihres Berufs gezwungen. «Der Bau hat keine Perspektive», erzählt Felgenhauer. Deshalb wolle er jetzt sein Hobby zum Beruf machen. Traumjob? «Das kann keiner abstreiten», sagt der 22-Jährige. Doch wie Projektleiterin Grit Salut von der Wassersportakademie Sail & Surf Rügen in Altefähr sagt, liegt vor den Teilnehmern noch ein steiniger Weg und ein umfangreiches Programm: die Ausbildung im Jollen- und Katamaransegeln, Surfen, zwei Sportbootführerscheine für Binnen- und Außengewässer, eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer und Kanuführer. Hinzu kommt eine umfangreiche theoretisches Paket mit EDV-Unterricht, Marketing, Kalkulation sowie Fremdsprachen.

Viele der jungen Leute zwischen 22 und 38 Jahren wollen ihr Glück im Ausland suchen. So wie Madelaine Krüger, die Erfahrungen im Süden sammeln möchte. Dem Arbeitsamt ist das gar nicht so lieb. «Wir brauchen die Leute hier», sagt Arbeitsberaterin Schuldt. Mit der theoretischen Ausbildung wolle das Arbeitsamt erreichen, dass aus dem Saisonjob ein attraktiver Ganzjahresberuf, möglichst in Mecklenburg- Vorpommern, wird. Wenn der Sommer vorbei ist, sollen sie in der Lage sein, die Kundenpflege und Werbung für die nächste Saison vorzubereiten, die Buchführung zu erledigen. Bereits jetzt grübelt Arbeitsberaterin Schuldt darüber nach, ob eine zweite Auflage der Maßnahme folgen wird.

Einziges Manko: Der Abschluss als Segel- und Wassersporttrainer trägt bisher nicht das Siegel «staatlich anerkannt». Mit dem Verband Deutscher Windsurfer (VDWS) werde jedoch der größte und seriöseste Interessensvertreter von Wassersportschulen die Lizenzen und Prüfungen abnehmen und lizenzieren, sagt Grit Salut.

(Internet: Verband Deutscher Windsurfing und Wassersportschulen VDWS: http://www.vdws.de; Sail & Surf Rügen: http://www.segelschule-ruegen.de)


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