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2003-05-26 09:36:50 Groß- und Außenhandelskaufmann sind Mittler zweier SeitenBielefeld/Nürnberg (/gms) - Angebote einholen, kalkulieren, Bestellung abwickeln, das gehört alles zu den Tätigkeiten von Andreas Kramer. Doch am liebsten verhandelt der 22-Jährige aus Bielefeld mit Kunden und Lieferanten. Im Januar hat Kramer seine zweieinhalbjährige Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann mit Schwerpunkt Großhandel abgeschlossen. Und in dem selben mittelständischen Handelshaus für Chemikalien ist er jetzt angestellt. «Ein Kunde fragt bei uns wegen eines bestimmten Produktes an», beschreibt Andreas Kramer einen typischen Arbeitsvorgang. «Wir leiten die Anfrage dann an ein Lieferwerk weiter, das uns Preis und Lieferzeit nennt. Wir kalkulieren unseren Preis und machen dem Kunden ein Angebot.» Wenn der Kunde zusagt, schreibt Kramer die Bestellung, beauftragt den Spediteur und überwacht die Lieferung. Laut der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg kaufen Groß- und Außenhandelskaufleute mit der Fachrichtung Großhandel Waren ein und verkaufen diese an Handels-, Handwerks- und Industrieunternehmen weiter. Sie beraten die Kunden umfassend über die Eigenschaften der Waren und sorgen für eine termingerechte Lieferung an den richtigen Ort. «Je nachdem, wo Kunde und Lieferwerk sitzen, sind gute Fremdsprachenkenntnisse wichtig», sagt Kramer. In seiner Firma reiche Englisch meist aus. «Vor allem in der Fachrichtung Außenhandel ist eine zweite Fremdsprache aber von Vorteil», erklärt Heinrich Teufel, Berufsberater am Arbeitsamt Nagold in Baden-Württemberg. «Bewerber auf Ausbildungsstellen müssen zudem gute Noten in Deutsch und Mathematik mitbringen», so Teufel. Die Bewerber sollten sich außerdem gut ausdrücken können, kontaktfreudig sein und die Rechtschreibung beherrschen. Als Schulabschluss ist die Mittlere Reife Voraussetzung. Andreas Kramer hat jedoch die Erfahrung gemacht, dass viele Auszubildende Abitur oder den Abschluss einer Höheren Handelsschule haben. Damit lässt sich die Lehrzeit von drei auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Unter den Auszubildenden im Jahr 2001 hatten 36 Prozent den Realschulabschluss, 28 Prozent die Fachhochschulreife und 9 Prozent den Hauptschulabschluss, so die Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit. Der Frauenanteil lag bei 42 Prozent. Weitere Bedingungen, um den Beruf erfolgreich ausüben zu können, sind Kramer zufolge Freundlichkeit und Nervenstärke im Umgang mit Kunden und Lieferanten. Das gelte vor allem für den Fall, dass etwas schief läuft. «Südeuropäer oder Engländer sehen die Dinge oft lockerer als Deutsche, die sich aufregen, wenn nicht alles perfekt ist», erläutert Kramer. Christian Scholl ist Geschäftsführer der Herm Evers GmbH im nordrhein-westfälischen Hagen, einem technischen Großhandelsbetrieb, der Ersatzteile und Arbeitsschutzprodukte für Produktionsbetriebe besorgt. Eine leere Stelle für einen Kaufmann mit Berufserfahrung konnte Scholl im April schon nach vierwöchiger Suche neu besetzen. Das sei aber nur so schnell gegangen, weil wegen der hohen Arbeitslosigkeit mehr Leute auf dem Markt seien, so Scholl. «Das Niveau der Bewerber ist in den vergangenen Jahren nämlich stark gesunken». Von einem Bewerber erwarte er, dass er «flexibel im Kopf ist und lesen, schreiben und rechnen kann», so Scholl. «Das ist nicht selbstverständlich.» Seine letzten beiden Azubis hätten mit dem Rechnen Probleme gehabt. Oft mangele es auch an der Bereitschaft, sich Problemen und neuen Anforderungen zu stellen. «Der Wille dazuzulernen, ist meiner Meinung nach häufig nicht vorhanden», so Scholl. «Darüber hinaus kann kaum mehr jemand systematisch arbeiten.» Möglicherweise ist die Unzufriedenheit der Ausbilder mit den Bewerbern einer der Gründe für die sinkende Zahl der Ausbildungsplätze: Nach den Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg waren es im Jahr 1998 noch 18 547, im Jahr 2001 nur noch 16 590 Lehrstellen. «Ein Vorteil am kaufmännischen Bereich ist, dass der Wechsel zwischen den Berufen leicht fällt», sagt Teufel. Christian Scholl stimmt dem zu: Er hätte auch eine Industriekauffrau oder einen Industriekaufmann eingestellt, sofern die- oder derjenige die nötige Kompetenz mitgebracht hätten. Andreas Kramers Arbeitsvertrag läuft am 31. Juli 2003 aus. Danach sollte er ursprünglich für die Schwesterfirma seines Betriebs nach China. «Das hat sich leider zerschlagen», sagt der junge Kaufmann. Er will vom Herbst an nebenbei Betriebswirtschaft an der Fernuniversität Hagen studieren. «Das bringt mich auf jeden Fall weiter.» Informationen: Bundesanstalt für Arbeit, Regensburger Straße 106, 90478 Nürnberg, Tel.: 0911/17 90, Fax: 0911/179 36 00, E-Mail: zentralamt@arbeitsamt.de Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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