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2003-05-12 09:27:05

Bankkaufleute haben gute Berufschancen



Bonn/Kiel (/gms) - Soziale Anerkennung, gute Berufsperspektiven und ein interessanter Arbeitsalltag, die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau besitzt ihren guten Ruf nach Meinung von Experten immer noch zu Recht, auch in Zeiten von Filialschließungen und Personalabbau. Kein Wunder also, dass die Ausbildung bei jungen Leuten nach wie vor begehrt ist.

Im Jahr 2001 erhielten rund 46 000 Jugendliche in Deutschland einen solchen Ausbildungsplatz. Das ist nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden Rang sieben auf der Liste der beliebtesten Ausbildungsberufe.

Durch Ausbildung und Berufserfahrung erwerben Bankkaufleute sehr viel Wissen über komplizierte Wirtschafts- und Finanzabläufe - das mache den Job so spannend und beliebt, sagt Heike Külper von der Abteilung Bildungswesen und Personalentwicklung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Berlin.

Zudem bietet der Beruf mehr Abwechslung, als viele glauben. Denn Auszubildende werden nicht nur in der Kundenberatung am Schalter geschult, sondern durchlaufen auch die Stationen Marketing, Personalwesen sowie Wertpapiere und Kredite, erklärt Jürgen Backhaus, stellvertretender Leiter der Deutschen Sparkassenakademie in Bonn.

Drei Jahre dauert die Ausbildung. «In manchen Fällen kann die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt werden», so Expertin Külper. Dies gilt etwa für Azubis, die überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Die Ausbildung in der Berufsschule erfolgt dabei meist in Blöcken zu vier Wochen, sagt Külper. Die Vergütung liegt im ersten Ausbildungsjahr durchschnittlich bei 632 Euro im Monat - in den neuen Bundesländern gibt es 562 Euro.

Doch einen der begehrten Ausbildungsplätze zu bekommen ist nicht ganz einfach. Überdurchschnittliche Motivation und sehr gute schulische Vorbildung werden von den künftigen Azubis verlangt, so Sparkassen-Experte Backhaus. Zudem sollten angehende Bankkaufleute laut Külper Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen und Freude an der Kundenberatung mitbringen. Als schulischer Abschluss reicht zwar theoretisch die Realschule, aber zwei Drittel aller Auszubildenden haben Abitur, sagt Volker Lenke vom Landesarbeitsamt Nord in Kiel.

Ob mit oder ohne Abi - alle Bewerber müssen sich durch mehrstufige Auswahlverfahren kämpfen. Bei den Eignungstests werden unter anderem Fachwissen aus dem schulischen Bereich und Belastbarkeit geprüft. «Wir testen die Entscheidungsfähigkeit der Bewerber, deren Kreativität, Belastungsfähigkeit und vor allem auch, wie sie mit Kunden umgehen können», sagt Backhaus.

Auf Kompetenz bei der Kundenberatung legen die Arbeitgeber viel Wert, hat auch Volker Lenke beobachtet. Gefragt seien «aktive Dienstleister», die die Finanzprodukte nicht nur kennen, sondern auch verkaufen können. Diese würden bei der Einstellung bevorzugt.

Obwohl die Zahl der Lehrstellen zurückgeht und auch so manche Filiale mittlerweile geschlossen wird, scheinen die meisten Ausgebildeten weiterhin kaum Probleme bei der Jobsuche zu haben. «Die Berufsperspektiven sind für ausgebildete Bankkaufleute trotz Personalreduzierungen gut», hält Külper fest. Die Volks- und Raiffeisenbanken würden die meisten Azubis nach der Ausbildung übernehmen.

Auch Volker Lenke spricht von weiterhin unterdurchschnittlichen Arbeitslosenzahlen unter Bankkaufleuten. «Zudem kommen viele Ausgebildete in Industrie oder Handel zu Jobs», ergänzt Backhaus. Arbeitsfelder fänden sich zum Beispiel bei Immobilienunternehmen oder Versicherungsgesellschaften.

Die Karriereleiter nach oben klettern können Bankkaufleute, wenn sie sich zum Betriebswirt weiterbilden lassen. Mit diesem Titel kann eine Tätigkeit als Geschäftstellenleiter ausgeübt werden. Wer zusätzlich zur Ausbildung noch ein betriebswirtschaftliches Studium absolviert, kann «Diplom-Bankbetriebswirt» werden und beispielsweise zum Filialbereichsleiter aufsteigen.

Informationen: Weitere Hinweise und Adressen finden sich auf der Internetseite der der Bundesanstalt für Arbeit in der Berufsdatenbank unter dem Stichwort «Bankkaufleute».

www.berufenet.arbeitsamt.de


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