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2003-03-17 09:41:28 CIO mehr als nur Herrscher über Rechner und NetzwerkeBerlin/München (/gms) - Man hat sich an die neuen Bezeichnungen für Chefs gewöhnt: Aus dem Vorstandsvorsitzenden wurde der CEO, der Chief Executive Officer, aus dem technischen Geschäftsführer der COO, Chief Operating Officer. Auch der IT-Leiter darf sich nun CIO, Chief Information Officer, nennen, auch wenn er nicht überall auf Vorstandsebene angesiedelt ist. «Man findet den Titel inzwischen auf jeder Visitenkarte», sagt Peter Rentschler vom CIO-Club in Stuttgart. Als bloßer Abteilungsleiter macht der CIO aber nach Ansicht vieler Experten wenig Sinn: «Der CIO erfüllt eine Querschnittsaufgabe und sollte mit den Vorstandsmitgliedern auf Augenhöhe verhandeln können», sagt Stephan Pfisterer vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) in Berlin. Der Posten des CIO bildet den krönenden Abschluss einer Laufbahn als Computerexperte. Doch die Tätigkeit umfasst viel mehr als die Herrschaft über Rechner und Netzwerke: Der CIO ist der oberste Ablaufplaner, der nicht nur die technische Unterstützung bereitstellt, die ein Unternehmen für sein Geschäft benötigt. Er hilft mit seinem Knowhow auch, neue Gesamtstrategien zu entwickeln, Stichwort E-Business. Entsprechend muss ein CIO über fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen. Technische Details treten demgegenüber nicht selten in den Hintergrund. «Der Fokus verschiebt sich von Unternehmen zu Unternehmen», sagt Norbert Peczynski, CIO beim ADAC in München. «Mal liegt er mehr auf der Technik, mal mehr auf dem Business.» Peczynski selbst ist in seinem Haus zusätzlich Leiter der Datenverarbeitung. «Das entspricht zwar nicht der reinen Lehre, eine Trennung lohnt sich aber bei kleinen und mittleren Unternehmen nicht.» In die Zuständigkeit des 55-Jährigen fallen zum Beispiel der Internet-Auftritt des Automobilclubs oder die elektronische Unterstützung der Pannenhelfer, die per Satellit zu ihrem Ziel gelotst werden. Seit Kurzem bietet der ADAC in Kooperation mit einem Partner auch Versicherungen an, wobei die Daten an verschiedenen Orten verwaltet werden. Hier ein perfektes Zusammenspiel zu schaffen, erwies sich als technische und organisatorische Kraftanstrengung: «Es dauert Monate, bis solche Dinge stehen.» Als Peczynski seine Berufsausbildung absolvierte, gab es weder den Begriff des CIO noch einen zielführenden Studiengang, er belegte Mathematik und Betriebswirtschaft. Heute wird in der Regel ein Studium der Wirtschaftsinformatik als klassische Berufsvorbereitung genannt. Eine Verbindung von Informatik und Wirtschaftswissenschaften ermöglicht aber auch der vor vier Jahren eingerichtete Studiengang Informationswirtschaft an der Universität Karlsruhe. «Die Besonderheit liegt darin, dass sich ein weiteres Modul mit einem Anteil von 20 Prozent der Lehrinhalte dem Themengebiet Recht widmet», sagt der Leiter Professor Andreas Geyer-Schulz. Nach seiner Erwartung werden sich etliche Absolventen seines Instituts in näherer Zukunft auf CIO-Posten wiederfinden. Informationswirtschaft lässt sich zwar auch an mehreren deutschen Fachhochschulen studieren. Wer an die Spitze des Karriereweges gelangen möchte, muss drei bis vier Jahre nach dem Berufseinstieg eine erste leitende Position ergattert haben, etwa eine Projektverantwortung. Als sinnvoller Umweg kann sich die Tätigkeit in einer Unternehmensberatung erweisen. Die Berufsaussichten von IT-Spezialisten haben sich zwar gegenüber den Boomzeiten Ende der neunziger Jahre verschlechtert. Die Branche sieht aber allmählich wieder Licht am Ende des Tunnels: «Wir waren früher als andere in der Krise, scheinen aber auch früher wieder herauszukommen», so Bitkom-Experte Pfisterer. Viele Unternehmen, die CIO-Posten einrichten wollten, haben dies wegen des Konjunktureinbruches zurückgestellt. Es gibt also Nachholbedarf. Die Elite der CIOs wird vor allem über so genannte Headhunter vermittelt und verdient bis zu eine Million Euro im Jahr, schätzt Heinrich Seeger, Chefredakteur der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift «CIO». Peter Burkhardt aus Minden ist gelernter Wirtschaftsingenieur und seit 1996 selbstständiger CIO: Er springt etwa ein, wenn ein Unternehmen mit seinem alten IT-Leiter nicht mehr zufrieden ist. Im Schnitt anderthalb Jahre dauert solch ein Einsatz. Manchmal übernimmt Burkhardt den Posten des CEO gleich mit. Für Neueinsteiger ist die Selbstständigkeit allerdings keine Perspektive. Burkhardt kann auf langjährige Berufspraxis verweisen: «Man muss für diese Aufgabe Mitarbeiter-Verantwortung getragen haben.» Informationen: Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, Postfach 64 01 44, 10047 Berlin, Tel.: 030/27 57 60, Fax: 030/27 57 64 00, E-Mail: bitkom@bitkom.org. CIO-Club: www.cio-club.de Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien: www.bitkom.org Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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