![]() << Zurück zur JOBBER-Startseite >> |
|
2002-12-30 09:43:36 Gute Aussichten für Rolladen- und JalousiebauerBraunschweig/Bonn (/gms) - Fenster, Türen und Tore halten die Deutschen gerne dicht. Davon profitieren auch die Betriebe für Rolladen- und Jalousiebau. Sie verzeichnen steigende Umsätze, während die allgemeine Krise in der Baubranche anhält. Die Chancen auf eine Anstellung nach der Ausbildung zum Rolladen- und Jalousiebauer stehen vergleichsweise gut. Martin Goßmann, Auszubildender im zweiten Lehrjahr beim Jalousie- und Rolladenbaubetrieb Stautmeister in Braunschweig, schätzt die Abwechslung seiner täglichen Arbeit: «Man sitzt nicht den ganzen Tag im Büro», sagt der 18-Jährige aus Leipzig. «Keine Montage gleicht der anderen. Ich habe immer mit neuen Anforderungen zu tun.» Meist stattet er bei gewerblichen Kunden Büroräume mit Jalousien oder Werkshallen mit Rolltoren aus. Er lernt aber auch, Markisen und Garagentore bei Privatkunden zu installieren. «Man arbeitet ständig auf Fensterbrettern, Gerüsten oder Hubwagen. Es wäre schon sehr ungünstig, wenn man da nicht schwindelfrei wäre.» Auch Gabriele Klinge, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Rolladen und Sonnenschutz in Bonn, betont die Vielfalt des Berufs: «Neben der reinen Handarbeit ist auch Köpfchen gefordert.» Die Tätigkeiten reichen von der Herstellung über den Einbau bis zur Reparatur und Wartung. Zudem nehme die Planung am Computer heute immer mehr Raum ein. Voraussetzung für eine Ausbildung zum Rolladen- und Jalousiebauer ist Gabriele Klinge zufolge ein guter Hauptschulabschluss. Flexibilität und räumliches Vorstellungsvermögen werden in den Betrieben gefordert. Reinhard Felser, der eine Rolladen- und Jalousiebaufirma in München hat, achtet bei Bewerbern vor allem auf handwerkliches Verständnis. Die Technik ist nach seiner Erfahrung in der Praxis wichtiger als gute Schulnoten. Zudem werde das freundliche Auftreten beim Kunden immer wichtiger. Die dreijährige Ausbildung findet im dualen System von Betrieb und Berufsschule statt. Zahlreiche handwerkliche Fertigkeiten wie das Hobeln, Feilen, Nieten, Schrauben und das Schweißen von Achsen und Bolzen sind Reinhard Felser zufolge Bestandteil der Ausbildung. Auch über den Umgang mit den unterschiedlichen Werkstoffen muss ein Rolladen- und Jalousiebauer Bescheid wissen: «Holz, Stahl, Kunststoff und Aluminium für Rolläden und Tore sowie Textilien für Markisen und Sonnenschutzanlagen haben verschieden Eigenschaften und Preise», erklärt der 57-jährige Handwerksmeister. Martin Goßmann stellt in der betriebseigenen Schlosserei Winkel für Markisen her und lackiert Bauteile. An anderen Tagen hilft er, sie bei Kunden zu installieren. In der Berufsschule stehen Rolladenbautechnik, Werken und technisches Zeichnen auf dem Stundenplan. Ein Verständnis von Mathematik, Physik und Technik ist dem Auszubildenden zufolge in Unterricht und Praxis hilfreich. Gebüffelt wird in der Schule im Blockunterricht, denn zukünftige Rolladenbauer müssen oft auf lange Anfahrtszeiten gefasst sein: Nur vier Berufsschulstandorte gibt es in Gelsenkirchen, Pirmasens in Rheinland-Pfalz, Ehingen in Baden-Württemberg und Wiesau in Bayern. Während der Schulzeit wohnen die Auszubildenden laut Gabriele Klinge im Internat oder sind, von den Schulen organisiert, privat untergebracht. Die Perspektiven für Rolladen- und Jalousiebauer sind nach Angaben des Berufsverbandes gut. Das Handwerk sei von der Talfahrt der Baubranche weitgehend abgekoppelt, die Zahl der Fachbetriebe steige. Der Grund sei die Ausrichtung der meisten Unternehmen auf die Nachrüstung von Altbauten, den Einbruchschutz, Energiesparmöglichkeiten, die Wartung und Motorisierung der Anlagen. Auszubildende verdienen im ersten Lehrjahr rund 370 Euro brutto, im zweiten und dritten nach Handwerkskammer-Region unterschiedlich je zwischen 50 und 100 Euro mehr. Das Gehalt eines Berufseinsteigers variiert Gabriele Klinge zufolge nach Größe und Umsatz eines Betriebs. Nach drei Jahren Gesellentätigkeit ist eine Meisterprüfung möglich, die dazu ermächtigt, einen eigenen Betrieb zu führen. Informationen: Bundesverband Rolladen und Sonnenschutz, Hopmannstraße 2, 53177 Bonn, Tel.: 0228/95 21 00, Fax: 0228/32 80 99. Internet: www.bv-rolladen.de Eine Übersicht aller News gibts hier. |
<< Zurück zur JOBBER-Startseite >> |