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2002-12-16 09:59:42 Fotograf ist noch immer ein ModeberufKöln/Duisburg (/gms) - So ein Beruf könnte vielen gefallen: Am Strand von Miami oder der Seychellen zu stehen und das Titelfoto eines angesehenen Modemagazins zu schießen. Doch selbst für die meisten ausgebildeten Fotografen ist so ein Arbeitsalltag nur ein Traum. Sie müssen froh sein, wenn sie überhaupt mit Bildern Geld verdienen können. «Fotograf ist ein Modeberuf», erklärt Ralf Weiler, Geschäftsführer des Centralverbandes Deutscher Berufs-Photografen in Köln, den Grund für den trotz schlechter Aussichten ungebrochen hohen Zulauf. Der Verband vertritt Weiler zufolge «die handwerkliche Schiene» der Fotografie. Sämtliche Mitglieder haben eine dreijährige Lehre absolviert und dürfen sich nach erfolgreicher Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer offiziell Fotograf oder Fotografin nennen. Nach weiteren drei Jahren im Beruf besteht die Möglichkeit, Fotografenmeister zu werden und selbst Nachwuchs auszubilden. Während der Ausbildung lernen Nachwuchsfotografen nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg beispielsweise die Handhabung von Kleinbild-, Mittelformat- und Großbildkameras, wie die Belichtung gemessen wird und wie vorhandenes Licht genutzt werden kann. Neben der Theorie der Bildgestaltung steht die Bildbearbeitung in der Dunkelkammer dabei ebenso auf dem Lehrplan wie das digitale Nachbearbeiten. In den wenigsten Fällen werden die Fotografenlehrlinge von ihren Betrieben übernommen, so Weiler: «Ein Drittel der ausgebildeten Fotografen bleibt nach der Lehre bei der Fotografie, ein Drittel wandert in andere Medienberufe ab, und ein Drittel fährt Taxi.» Die momentane Wirtschaftsflaute wirkt sich unmittelbar auf Studios aus, die sich auf Industrie-, Werbe-, oder Modefotografie spezialisiert haben. Alternativ zur Ausbildung besteht die Möglichkeit, an einer Universität, einer privaten oder staatlichen Akademie oder einer Fach- oder Kunsthochschule zu studieren. In Frage kommen Fächer wie Kommunikations- oder Foto-Design. «Das Studium an einer Fachhochschule ist eher praktisch orientiert und bereitet auf den Beruf vor», sagt Ditmar Schädel, Dozent an der Uni Duisburg und bei der Deutschen Gesellschaft für Photografie (DGPh) für Bildung und Weiterbildung zuständig. An einer Kunsthochschule stehe dagegen eher das Künstlerische an der Fotografie im Mittelpunkt. Die Absolventen verstehen sich daher auch mehr als Künstler, die Kameras und Computer zur Umsetzung ihrer kreativen Ideen einsetzen, und weniger als Handwerker, die ihre technischen Fertigkeiten benutzen, um die Aufträge von Kunden zu bearbeiten. Ein dritter Ausbildungsweg ist das, was in Fotografenkreisen als die Assistentenschiene bezeichnet wird: Durch langjährige Mitarbeit bei etablierten Fotografen können Nachwuchsfotografen diesem über die Schulter schauen und sich dabei selbst ausbilden, in der Hoffnung, so das Geschäft zu lernen und eines Tages als freie Fotografen selbst Aufträge zu bekommen. Dieser «wilde Weg» kann nach Ansicht von Schädel eine Abkürzung sein, doch er birgt auch größere Risiken: Das «Geschäft Fotografie» lasse sich auf solche Weise vielleicht sogar besser lernen als an einer Hochschule, so Schädel. Auf eine Anstellung dürften Autodidakten allerdings nicht hoffen. «Wenn man eine Stelle haben möchte, braucht man einen Abschluss.» Freie Fotografen, die nachweisen können, dass sie schon seit vielen Jahren mit der Fotografie ihren Unterhalt bestreiten, haben aber laut Ralf Weiler die Chance, eine Prüfung abzulegen und so auch von der Handwerkskammer anerkannt zu werden. Auch wenn Weiler die Ansicht vertritt, dass sich die Fotografie wie jedes Handwerk von Grund auf erlernen lässt, kommen Schulabgänger um kreative Ideen und fotografisches Grundwissen nicht umhin, wollen sie einen Ausbildungsplatz, einen Studienplatz oder eine Assistentenstelle bekommen. Denn in der Regel müssen sie mit Hilfe einer Mappe eigener Werke ihr Talent bei der Bewerbung unter Beweis stellen. Dazu muss vorher in eine entsprechende Ausrüstung und auch in teure Abzüge oder Digitaldrucke investiert werden. «Wer sich ohne Mappe bewirbt, hat keine Chance», sagt Weiler. Informationen: Centralverband Deutscher Berufs-Photografen, Frankenwerft 35, 50667 Köln, Tel.: 0221/207 04 66, Fax. 0221/207 04 45; Deutsche Gesellschaft für Photografie (DGPh), Rheingasse 8-12, 50676 Köln, Tel.: 0221/923 20 69, Fax: 0221/923 20 70. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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