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2002-12-02 10:13:55 Arzthelferin werden händeringend gesuchtHamburg/Frankfurt/Main (/gms) - Überfüllte Wartezimmer, ungeduldige Patienten und ein gehetzter Chef: Mit der Grippewelle beginnt für viele Arzthelferinnen die schwierigste Zeit im Jahr. Wer sie unbeschadet überstehen will, braucht deshalb nicht nur Organisationsgeschick, sondern auch Humor und Geduld. «Freude am Umgang mit Menschen und eine gute Portion Menschenkenntnis sind wichtige Voraussetzungen für den Beruf der Arzthelferin», sagt Allgemeinmediziner Eugen Engels aus Eslohe im Sauerland, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Auch Loni Arendt, Arzthelferin und Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen in Hamburg, hält die sozialen Kompetenzen für eine wichtige Voraussetzung für ihren Beruf: «In einer Praxis arbeitet man eng mit den Kolleginnen und dem Chef zusammen. Da ist es wichtig, dass man Freude an der Teamarbeit hat.» Neben den Softskills ist jedoch auch viel Fachwissen gefordert. Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, wo die Theorie im Blockunterricht vermittelt wird, sind in der Ausbildung pro Woche zwei Tage Berufsschule vorgeschrieben. Sie dauert drei Jahre. «Und sie gliedert sich im Wesentlichen in zwei große Bereiche», erklärt Roswitha Hoerschelmann, Leiterin der Abteilung Ausbildung der Landesärztekammer Hessen in Frankfurt. Einerseits lernen die Auszubildenden das Notwendige über die Verwaltung und Organisation einer Praxis. Andererseits werden sie mit Aufgaben der medizinischen Assistenz und medizinischem Fachwissen vertraut gemacht. In der Berufsschule stehen daher nicht nur Anatomie, Pathologie, Notfallhilfe, Laborarbeiten und der Umgang mit Arzneimitteln auf dem Lehrplan. Auch Kenntnisse über das Gesundheits- und Abrechnungswesen sowie Textverarbeitung und Verwaltungsaufgaben werden im Unterricht behandelt. Praktische Tätigkeiten wie die Patientenbetreuung oder das Anwenden und die Wartung medizinischer Geräte werden den künftigen Arzthelferinnen in der Praxis vermittelt. «Wegen des hohen Verwaltungsaufwandes liegt aber auch in den Praxen ein Schwerpunkt der Ausbildung auf der Organisation und der Einführung in die verschiedenen Computersysteme», sagt Mediziner Engels. Die meisten Ärzte stellten auf Grund der vielseitigen und anspruchsvollen Tätigkeit gern Realschulabgängerinnen als Azubis ein. «Grundsätzlich steht der Ausbildungsgang jedoch jedem, selbst Schülerinnen ohne Schulabschluss, offen», sagt Roswitha Hoerschelmann. Vergütet wird die Ausbildung zur Arzthelferin im ersten Jahr mit 475 Euro, Helferinnen in den neuen Bundesländern erhalten 388 Euro. Im dritten und letzten Jahr gibt es 559 beziehungsweise 493 Euro. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt laut dem bundesweitem Gehaltstarifvertrag für Arzthelferinnen bei 1309 Euro im Westen und 1112 Euro im Osten. Ein Vorteil des Berufes sind die guten Möglichkeiten, in Teilzeit arbeiten zu können, sagt Verbandssprecherin Arendt. Zudem seien die Berufsaussichten zur Zeit sehr gut: «Gerade in den Großstädten suchen derzeit viele Ärzte händeringend nach Arzthelferinnen. Häufig wird daher auch übertariflich bezahlt.» Expertin Hoerschelmann spricht sogar von einem «leergefegten Arbeitsmarkt auf Arbeitnehmerseite». Dabei haben sich die Mediziner den latenten Mangel an Nachwuchs laut Allgemeinmediziner Engels zum Teil selbst zuzuschreiben: «Leider bilden immer weniger Ärzte aus.» Deshalb bekamen von bundesweit 28000 Bewerberinnen im vergangenen Jahr nur 16500 einen Ausbildungsvertrag, so Arendt. Wer als Arzthelferin beruflich weiterkommen will, kann sich zur Arztfachhelferin weiterbilden lassen. «Das Programm umfasst insgesamt 400 Unterrichtsstunden und enthält neben den medizinischen Modulen auch Blöcke in Praxismanagement, Recht und BWL», erläutert Arendt. Die Weiterbildung qualifiziert für die Position einer leitenden Kraft in einer Praxis. Informationen: Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen, Bissenkamp 12-16, 44135 Dortmund, Tel.: 0231/ 556 95 90, Fax: 0231/55 35 59, auch können im Internet Tabellen mit den aktuellen Gehaltstarifen eingesehen werden. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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