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2002-09-16 10:07:49

Rambos beim Sicherheitspersonal unerwünscht



Bad Homburg (/gms) - Private Wach- und Sicherheitsfirmen suchen nach qualifizierten Arbeitskräften. Allein in den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Unternehmen von 1290 auf 2700 gestiegen, die der Beschäftigten von 97 000 auf 145 000, so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Viele Jugendliche konnten sich bislang aber nur schwer vorstellen, ihren Berufsweg in einem Gewerbe anzutreten, das nach einem verbreiteten Vorurteil als Auffangbecken für die Gestrandeten des Arbeitsmarkts dient. Das könnte sich vom Herbst an ändern: Dann wird in Deutschland der staatlich anerkannte Ausbildungsgang zur «Fachkraft Schutz und Sicherheit» eingeführt.

Offiziell erlernen ließ sich der Beruf des Wachmanns, wie die landläufige Bezeichnung lautet, bisher nicht. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) boten eine Weiterbildung zur Werkschutzfachkraft an. Der berufsbegleitende Kurs dauerte rund ein halbes Jahr. Der neue dreijährige Ausbildungsgang soll dieses Angebot mittelfristig ersetzen. Er stellt hohe Anforderungen: «Zum Lernstoff gehören unter anderem Rechtskunde und Psychologie», sagt Martin Hildebrandt vom Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) in Bad Homburg.

Breiten Raum nehmen bei der Ausbildung kaufmännische Aspekte ein, schließlich soll sich aus den Absolventen auch einmal der Führungsnachwuchs der Branche rekrutieren. «Um Pförtner zu werden, braucht man die Ausbildung nicht», stellt Hildebrandt klar.

«Personenschutz steht bei Jugendlichen hoch im Kurs», weiß Andreas Eden von der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg. Tatsächlich aber verdient nur ein verschwindend kleiner Anteil sein Geld auf derart diese Weise. «Wer sich mit Gewalt durchsetzen muss, hat außerdem meist schon einen riesengroßen Fehler gemacht», betont BDWS-Sprecher Hildebrandt.

Unter den Aufgaben der Branche steht der Objektschutz an erster Stelle. Sicherheitsfachkräfte müssen sich deshalb auch mit der neuesten Überwachungstechnik auskennen. Zum Veranstaltungsschutz zählt der Einsatz auf Konzerten oder ähnlichen Massenevents. Immer häufiger werden private Kräfte auch zum Verkehrsdienst herangezogen. Dazu gehört das Ausstellen von Knöllchen ebenso wie die Passagierkontrolle am Flughafen oder die Präsenz in Bahnhöfen oder U-Bahnen. In den Händen privater Sicherheitsfirmen liegt schließlich auch der Geldtransport.

Dass Absolventen in einem Umfeld von angelernten Quereinsteigern gute Aufstiegschancen haben, liegt auf der Hand. Wer diese Chancen weiter verbessern will, kann nach weiteren zwei Jahren Berufspraxis den Titel eines Werkschutzmeisters erwerben. Prognosen über das spätere Einkommen möchte der Verband der Sicherheitsunternehmen aber nicht abgeben. Der tarifliche Mindestlohn einer Werkschutzfachkraft liegt derzeit bei 10 Euro in der Stunde.

Informationen: Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen, Norsk-Data-Straße 3, 61352 Bad Homburg (Tel.: 06172/94 80 50, Fax: 06172/45 85 80).

http://www.bdws.de


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