![]() << Zurück zur JOBBER-Startseite >> |
|
2002-08-26 09:48:34 Kind und Karriere auch für Väter schwer vereinbarFrankfurt/Main (/gms) - Drei Jahre lang hatte Markus Willnauer aus Hamburg zwei Familien, die eine war privat, die andere war die Firma. Als Geschäftsführer des Online-Vermarkters DoubleClick Deutschland hat der Media-Fachmann Aufstieg und Fall der New Economy miterlebt. «Du hast gearbeitet. Das Privatleben musste sich anpassen.» Für die Familie war eigentlich keine Zeit, bis Willnauer zu Beginn dieses Jahres das Unternehmen und seinen eigenen Posten abwickeln musste. Der zweijährige Sohn Felix hat sich damals gewundert, dass Papi auf einmal da war. Jetzt wird Willnauer zum zweiten Mal Vater und ist auf der Suche nach einer Führungsposition mit freier Zeiteinteilung. «Hätte ich ohne Unterbrechung weiter gemacht, wäre mir der Unterschied nicht aufgefallen. Aber jetzt suche ich einen Job, der das Gleichgewicht nicht stört.» Doch auch wer gestern noch ausschließlich für die Arbeit gelebt hat, plant vielleicht morgen eine Familie. «100 Prozent für den Job, das geht nicht auf Dauer», sagt Stefan Becker, Geschäftsführer der Beruf und Familie gGmbH, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Frankfurt. Das «Audit Beruf und Familie» der Initiative steht für eine familienbewusste Personalpolitik. 60 Unternehmen in Deutschland haben das Zertifikat bereits erhalten. Bei 2,5 Millionen Unternehmen in Deutschland mag das wie ein Tropfen auf den heißen Stein aussehen. Becker sieht das anders, «Das ist das Funkensprühen eines großen Flächenbrandes.» Denn bei immer mehr Unternehmen setze sich die Erkenntnis durch, dass sie qualifiziertes Personal auf Dauer nur halten können, wenn sie ein entspanntes Verhältnis zwischen Arbeit und Familie gewährleisten. «Work-Life-Balance» heißt das neue Schlagwort, das zum Teil schon umgesetzt wird, beispielsweise bei der Inosoft AG, einrm IT-Systemhaus in Marburg. Hier arbeiten zu 90 Prozent Männer und genießen flexible Arbeitszeiten mit freier Zeiteinteilung, steuerfreie Zuschüsse zur Kinderbetreuung sowie Heirats- und Geburtsbeihilfen. Das gilt auch für Führungskräfte, so hat etwa Consultingleiter Markus Wotruba jeden Freitag frei und widmet sich seiner Familie. Unterstützung in der Kinderbetreuung und Flexibilisierung der Arbeitszeit haben nachweisbare Vorteile. Bei 80 Prozent der zertifizierten Unternehmen stieg die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter, bei 70 Prozent der Unternehmen verbesserte sich die Arbeitsqualität, so die Erfahrungen der Hertie-Stiftung. Literatur: Tom Hirschfeld, Business Dads. Wie erfolgreiche Männer auch fantastische Väter sein können und umgekehrt, mvg, ISBN 3-478-72980-7, 19,90 Euro; das Buch «Mein Papa und ich» kann per Post gegen 2,50 Euro in Briefmarken und einem Adressaufkleber bestellt werden bei «Mehr Zeit für Kinder», Fellner Straße 12, 60322 Frankfurt. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
<< Zurück zur JOBBER-Startseite >> |