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2002-06-10 09:29:02

Augenoptiker sorgen für gutes Sehen



Düsseldorf (/gms) - Harald Schmidt, Norbert Blüm, Ulli Potofski und Alfred Biolek haben etwas gemeinsam. Sie gehen oben ohne nicht aus dem Haus. Die vier prominenten Brillenträger gehören zu den 60 Prozent der Bundesbürger, die eine Sehhilfe tragen. Sie alle vertrauen dabei auf die Künste der Augenoptiker, die mit ihrem Handwerk für Klarsicht sorgen.

«Der Augenoptiker muss heute sehr vielseitige Dienstleistungen erbringen», sagt Stefan Diepenbrock vom Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) in Düsseldorf. «Das beginnt bei der individuellen Kundenberatung und geht über die Augenglasbestimmung bis zur Fertigung und genauen Anpassung.» Besonders die Augenglasbestimmung und die Kontaktlinsenanpassung erfordern sehr gute Kenntnisse der Anatomie und Physiologie des menschlichen Auges. Sie dürfen erst nach mehrjähriger beruflicher Tätigkeit und erfolgreich abgelegter Meisterprüfung selbstverantwortlich vorgenommen werden.

«Wir verzeichnen seit einigen Jahren einen relativ hohen Anteil von Abiturienten, die sich für den Beruf des Augenoptikers interessieren», sagt Stefan Diepenbrock. «Alle Bewerber sollten aber mindestens einen guten Realschulabschluss aufweisen können, damit sie gute Einstiegs- und Weiterbildungschancen haben.» Interessenten sollten sich auf Grund des großen Andrangs frühzeitig bewerben. Im Voraus könne ein «Schnupperpraktikum» klären, ob der Berufsalltag der Optiker den individuellen Arbeitsansprüchen gerecht wird.

Seit fast 30 Jahren ist Heinrich Rath aus Miesbach bei München als selbstständiger Augenoptiker tätig. Der Augenoptikermeister führt eine Familientradition fort, er hat den elterlichen Betrieb übernommen. «Ich wollte ursprünglich Physiker werden», erinnert sich Rath, «aber nun ist es mein beruflicher Lebensinhalt, Menschen mit verminderter Sehkraft zu helfen.» Das alte Interesse an mathematisch-physikalischen Zusammenhängen kommt Heinrich Rath bei seiner Arbeit als Optiker sehr gelegen, denn das Handwerk mit den mittelalterlichen Wurzeln wird heute von moderner Technik geprägt.

Der Augenoptiker muss zum Beispiel in der Lage sein, selbstständig technische Unterlagen zu erstellen und nach diesem «Bauplan» die jeweiligen Gläser anzufertigen und mit dem passenden Gestell zusammenzubringen. Er muss dazu alle erforderlichen Werkzeuge, Maschinen und technischen Einrichtungen in der Optiker-Werkstatt zuverlässig bedienen können und benötigt umfassende Kenntnisse der verfügbaren Werkstoffe. So erfordern besonders die aktuellen Entwicklungen im Materialbereich für Brillengläser und Fassungen umfangreiche physikalische und anatomische Kenntnisse.

Ein guter Augenoptiker muss allerdings nicht nur auf technischem Gebiet versiert sein, er braucht auch psychologisches Feingefühl und einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik: «Ein großer Teil unser täglichen Arbeit entfällt auf die Kundenberatung», sagt Rath.

Seitdem die Brille von der bloßen «Augenkrücke» im Kassengestell zum modischen Trendobjekt aufgestiegen ist, habe sich auch der Optikerberuf verändert: «Wir sind vom typischen Handwerksberuf zu Fachleuten für gutes Sehen geworden - und übernehmen manchmal auch die Rolle eines Beraters für Lifestyle-Accessoires.»

Zunächst steht aber die dreijährige Ausbildung zum Augenoptikergesellen an. Sie findet an der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb statt. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung und mehrjähriger praktischer Tätigkeit besteht die Möglichkeit, die Prüfung als Augenoptikermeister abzulegen. Der Meistertitel berechtigt zur Eröffnung eines eigenen Geschäfts.

Der zwei bis vierjährige Weg zum staatlich geprüften Augenoptiker steht Gesellen mit Berufserfahrung offen, die mindestens über einen mittleren Bildungsabschluss verfügen. «Sie können die Meisterprüfung auslassen, sofern sie kein eigenes Geschäft eröffnen möchten», erklärt Wolfgang Wesemann, Direktor der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln.

Im Durchschnitt verdient der Optiker in den ersten Berufsjahren derzeit etwa 1500 bis 1800 Euro brutto im Monat. Später steigt das Einkommen im Betrieb auf etwa 2300 bis 2500 brutto monatlich. «Der geschäftliche Erfolg hängt nach unseren Erfahrungen sehr stark mit der Qualität der Ausbildung zusammen», sagt Wesemann. «Es lohnt sich also in jeder Hinsicht, die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten wahrzunehmen.»

Informationen: Zentralverband der Augenoptiker (ZVA), Alexanderstraße 25a, 40210 Düsseldorf (Tel.: 0211/863 23 50, Internet: http://www.zva.de).


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