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2002-05-06 09:53:40 Fluggerätmechaniker als Beruf mit BodenhaftungNeu-Isenburg/Hamburg (/gms) - Wenn Flugkapitän Georg Fongern im Cockpit Platz nimmt, muss er sich auf drei Dinge bedingungslos verlassen können: auf seine Besatzung, auf sein Flugzeug - und auf die Fluggerätmechaniker am Boden. Mechaniker arbeiten weltweit in der Herstellung, der Wartung und der Überholung von Flugzeugen. Ohne sie wäre die moderne Luftfahrt nicht denkbar, auch wenn ihre Tätigkeit von den Passagieren in der Regel nicht bemerkt wird. «Die Fluggerätmechaniker üben einen Beruf mit enormer Verantwortung aus», sagt Georg Fongern, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) im hessischen Neu-Isenburg. «Alle Piloten sind darauf angewiesen, dass die Mechaniker ihre Arbeit korrekt gemacht haben. Die Sicherheit des Flugzeugs und der Menschen an Bord hängt entscheidend davon ab.» Obwohl die Luftfahrt-Branche erheblich unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Terroranschläge in den USA gelitten hat, setzt die Industrie wieder auf bessere Zeiten: «Unsere Auftragsbücher sind schon für die nächsten vier Jahre gefüllt», sagt Rudolf Jany, Ausbildungsleiter bei Airbus Deutschland in Hamburg. «Als Fertigungsbetrieb haben wir einen ständigen Bedarf an kompetenten Mechanikern.» Zur Zeit werden bei Airbus in Hamburg 280 junge Leute zum Fluggerätmechaniker ausgebildet. «Wir würden uns freuen, wenn sich wesentlich mehr weibliche Schüler bei uns bewerben würden», sagt Rudolf Jany. Mehrmals im Jahr bietet der weltweit zweitgrößte Flugzeug-Hersteller deshalb Schulpraktika nur für Mädchen an. «Wir haben uns ganz bewusst entschieden, keine Ausbildungsplätze zu streichen», sagt Ingenieur Horst Kopp, Leiter für Personalentwicklung bei Lufthansa Technical Training (LTT) in Hamburg. «Die Chancen, eine Berufsausbildung im technischen Bereich zu beginnen, sind deshalb gut.» Erste Pluspunkte sind ein solider Realschulabschluss oder Abitur mit sehr guten Noten in Mathematik und Naturwissenschaften. Wichtig sind außerdem technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit und körperliche Fitness. Viele Tätigkeiten müssen nämlich im Liegen, auf Knien oder in gebeugter Haltung ausgeführt werden. Die Grundvergütung für Fluggerätmechaniker liegt nach Angaben von LTT durchschnittlich in den ersten Berufsjahren bei etwa 2000 Euro brutto im Monat. Mit wachsender Qualifikation, Berufserfahrung und Schichtzulagen können bis zu 3500 Euro erreicht werden. Die Vielfalt der technischen Systeme in modernen Flugzeugen erfordert Spezialisten mit einer guten Grundausbildung. Die angehenden Fluggerätmechaniker verbringen die ersten beiden Ausbildungsjahre gemeinsam. Danach erfolgt eine 18 monatige Phase der Spezialisierung auf ein vorher festgelegtes Fachgebiet. Zur Auswahl stehen Instandhaltung, Triebwerke und Fertigung. In der Basis von Lufthansa Technik (LHT) in Hamburg-Fuhlsbüttel wird in allen drei Berufszweigen ausgebildet. Nicht allein die Kranich-Airline, sondern insgesamt 300 Fluggesellschaften und Flugzeughalter lassen bei LHT ihre Verkehrs- und Privatmaschinen warten und überholen. «Der Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Instandhaltungstechnik ist sozusagen der Alleskönner», sagt Horst Kopp. Ob Hydraulik, Kraftstoffanlagen, Fahrwerk, Rohrleitungen, Filter oder Kabinensitze - der Instandhaltungstechniker muss wissen, wo den Flieger der Schuh drückt. Die Triebwerke von Flugzeugen unterliegen extrem hohen Belastungen. Damit sie lange in gutem Zustand bleiben und die an sie gestellten Anforderungen erfüllen können, müssen sie von Mechanikern mit besonderen Fachkenntnissen betreut werden. Diese Aufgabe erfüllen die Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Triebwerkstechnik. Ein häufiges Problem bei ihrer Arbeit ist die Erkennung und Beseitigung von so genannten «FOD-Schäden» am Triebwerk. Damit bezeichnen die Fluggerätmechaniker Triebwerksschäden, die durch das Eindringen von Fremdkörpern (Foreign Objekt Damage) verursacht werden. Der von Piloten stets gefürchtete Vogelschlag zählt zum Beispiel dazu. Maik Janke hat sich für die dritte Fachrichtung der Fluggerätmechaniker entschieden - die Fertigungstechnik. Der Auszubildende im dritten Lehrjahr lernt derzeit bei LTT wie die kompliziert geformten Strukturbauteile eines Flugzeugs zerlegt, repariert, zusammengebaut oder neu gefertigt werden. Mit Landeklappen, Triebwerksverkleidungen oder Fußbodenträgern muss Janke sich später ebenfalls auskennen. «Ich habe mich schon immer für die Technik von Flugzeugen interessiert», sagt er. «An meinem zukünftigen Beruf reizt mich besonders die Herausforderung, komplizierte Bauteile in Handarbeit anzufertigen - und die Möglichkeit, mit meiner Arbeit zur Sicherheit des Flugverkehrs beizutragen.» Informationen: Lufthansa Technical Training (LTT), Technische Berufsausbildung, HAM US/F-6, Weg beim Jäger 193, 22335 Hamburg (Tel.: 040/50 70 26 04, Internet: http://www.lufthansa-technik.com); Airbus Deutschland GmbH, Berufsausbildung HAD, Kreetslag 10, 21129 Hamburg (Internet: http://www.airbus.com). Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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