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2002-05-06 10:05:18

Initiativbewerbung kann sich auszahlen



Achterwehr/Erlangen (/gms) - Ein Traumjob fällt selten vom Himmel. Und auch auf Stellenangebote ist nicht immer Verlass, denn immer mehr vakante Positionen werden gar nicht erst in die Zeitung gesetzt. Selbst aktiv werden ist deshalb gefragt: «Eine Initiativbewerbung ist für alle geeignet, die wissen, was sie in einem Job suchen», sagt Christian Püttjer vom Karrierebüro Püttjer & Schnierda in Achterwehr bei Kiel.

Es sei wenig sinnvoll, zu warten, bis eine Wunschposition auf dem Silbertablett angeboten werde, so der Bewerbungscoach. Gerade attraktive Stellen werden Püttjer zufolge gar nicht mehr ausgeschrieben, weil die Personalabteilung sonst mit Bewerbungen überschüttet werden.

«Oft sind schon genug interessante Initiativbewerbungen vorhanden. Das erspart uns, eine Stelle extern auszuschreiben», sagt André Düning, der bei Siemens in Erlangen als Personalverantwortlicher im Konzernteil Energieerzeugung tätig ist. Auf Dünings Tisch landen demnach in jedem Jahr rund 1000 Initiativbewerbungen.

Christian Püttjer zufolge erfordert eine Initiativbewerbung zielgerichtetes Vorgehen. Mit allgemeinen Informationen über den Bewerber könne ein Personalchef nichts anfangen. Daher stehe hinter einer guten Initiativbewerbung viel Vorarbeit. «Das setzt den Griff zum Telefon voraus», erläutert Püttjer. Wichtig sei etwa, den richtigen Ansprechpartner in der Personalabteilung zu recherchieren. Eine gute Gelegenheit zur ersten Kontaktaufnahme mit Personalverantwortlichen seien auch Fachmessen und Karrieretage an Hochschulen.

In die Bewerbungsmappe gehören laut Püttjer die üblichen Unterlagen: Lebenslauf sowie Zeugnisse von Schule, Hochschule und bisherigen Arbeitgebern sollten einer Initiativbewerbung beiliegen. Herzstück der Unterlagen sei aber das Anschreiben. Es soll auf einer DIN-A4-Seite Platz haben und genau darstellen, welche Qualifikationen ein Bewerber mitbringt und welche Stelle er sucht.

Püttjer rät außerdem, Tätigkeiten an Stelle von Berufsbezeichnungen aufzulisten. Ingenieure etwa sollten genau schildern, welche Aufgaben sie in einem Projekt übernommen haben. «Ich will im Anschreiben nicht dasselbe lesen wie im Lebenslauf», sagt Rainer Schmidt, der bei Asea Brown Boveri (ABB) Deutschland in Mannheim für die Rekrutierung von Hochschulabsolventen zuständig ist. «Mich interessiert vor allem die Motivation eines Mitarbeiters.» Im Anschreiben müsse daher deutlich werden, warum sich ein Bewerber gerade für dieses Unternehmen interessiert, fügt Lutz Klingelhöfer, Ressortleiter Personal beim Linde-Konzern in Wiesbaden, hinzu.

«Bewerber sollen klar ihr Qualifikationsprofil herausstellen», fasst Christian Püttjer zusammen. Helfen könne dabei, Anzeigen für ähnliche Stellen zu sammeln und sein Profil auf die dort gestellten Anforderungen abzustimmen. Selbstverständlich ist Püttjer zufolge, dass ein Bewerber sich über die Anforderungen seines Wunscharbeitgebers informiere.

Jobwechslern rät Püttjer, die Initiativbewerbung nicht als «Kummerkasten» zu missbrauchen: Bewerber sollten nicht schreiben, warum sie aus dem alten Job weg wollten, sondern was sie an der neuen Tätigkeit reizt. Bei der Initiativbewerbung per E-Mail rät er dazu, eine persönliche Adresse zu recherchieren. Wichtig sei auch, dass in der Betreffzeile das Wort Bewerbung auftauche.

André Düning bevorzugt sogar elektronische Initiativbewerbungen - sie ersparen dem Personalverantwortlichen Verwaltungsaufwand. Außerdem hätten sie den Vorteil, dass die Personalabteilung sie mühelos an mehrere Fachabteilungen des Unternehmens weiterleiten könne.

Literatur: Christian Püttjer und Uwe Schnierda, Die erfolgreiche Initiativbewerbung, Campus-Verlag, ISBN 3-593-36944-3, 17,90 Euro.


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