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2002-02-18 10:08:31 Mit Platten-Liebe in die MusikbrancheMünchen/Köln (/gms) - Stars, Glamour und ein Jetset-Leben in den großen Metropolen der Welt: So stellen sich viele die Arbeit in einer Plattenfirma vor. Die Wirklichkeit aber sieht anders aus, als mit Michael Jackson zu frühstücken oder mit Britney Spears einkaufen zu gehen: Ein enger Terminkalender und Einsatzbereitschaft bis weit in die Abendstunden hinein sind die Regel. In Jan Mehlhoses Job etwa lassen sich Beruf und Privatleben schwer trennen. «Man muss das von Herzen machen. Sonst geht es nicht», sagt der 26-Jährige. Auch spät abends und am Wochenende nimmt Mehlhose noch Anrufe entgegen. Er ist Artists- und Repertoire Manager (A&R) bei einem Hip-Hop-Label des Tonträgerunternehmens BMG Entertainment in München und hält für seinen Arbeitgeber Ausschau nach Talenten. Die Tonträgerbranche ist offen für Quereinsteiger. Aufgeschlossenheit, Flexibilität und gute Englischkenntnisse sind in der internationalen und schnelllebigen Branche unverzichtbar, sagt Friedhelm Jacobs, Personalleiter der BMG. Auch die wichtigste Qualifikation, Liebe zur Musik, könne man nicht lernen, so Erich Grote, Personalleiter bei der EMI Electrola in Köln. Für eine Tätigkeit in der Promotion etwa gebe es keine Ausbildung, so Grote. Das sei vielmehr eine Gabe. Promotion-Manager arbeiten dafür, dass eine neue Platte möglichst vielen Musikfans bekannt wird. Dazu begleiten sie die Künstler auf Konzert- und Interviewtourneen und bewerben die Neuerscheinungen bei den Medien. Für diese Tätigkeit sind Kommunikationstalente gefragt, die Grote zufolge auch mit den oft ausgefallenen Gemütern der Künstler umzugehen wissen müssen. Auch der Beruf des A&R-Managers lasse sich nicht lernen. «Es gibt schließlich keine Ausbildung für Musikgefühl», sagt Erich Grote. Ein A&R wie Jan Mehlhose muss beurteilen, ob Künstler sich erfolgreich vermarkten lassen. Dazu muss er sie kennen und sich auch mal die Nacht um die Ohren schlagen. Die meisten Jobs erforderten ein hohes Maß an Planungsarbeit im Büro, so Erich Grote weiter. Dennoch träumen viele junge Menschen von einem Berufsleben rund um Rock und Pop: Zwischen 300 und 500 Bewerbungsmappen gehen jedes Jahr über Grotes Tisch. Doch den Aspiranten steht nur eine Hand voll freier Stellen gegenüber. Das gilt auch für Praktika. Als Eintrittskarte in die Branche eignen sie sich immer noch am besten, erläutert Raik Hölzel vom Independent Label Kitty-yo in Berlin. Dabei sei viel Einsatz gefordert und wenig Geld zu erwarten. Ferner werde oft verkannt, dass die meisten Stellen in der Branche sich nicht von denen in Industrieunternehmen unterschieden: Tonträger sind Produkte, die ausgeliefert und verkauft werden müssen. Buchhaltung, EDV, Vertrieb und Logistik wollen organisiert sein. Dafür sucht die Branche vor allem Nachwuchs mit kaufmännischen Qualifikationen. Die meisten Tonträgerunternehmen bilden daher Kaufleute für audiovisuelle Medien aus. Für eine Tätigkeit in Vertrieb oder Marketing sei diese Lehre eine gute Grundlage. Auch ein Hochschulabschluss ist gern gesehen. Für Hochschulabsolventen liegen die Einstiegsgehälter bei 2550 Euro (rund 5000 Mark) brutto im Monat. Bei den kleinen Labels sind die Gehälter geringer und die Aufgaben für den Einzelnen zahlreicher. Raik Hölzel ist bei Kitty-yo etwa gleichzeitig A&R, Labelmanager und Geschäftsführer. Auch Flüge nach Paris, London und New York kommen schon mal vor. Glamourös findet Hölzel seinen Job aber nicht. «Sehr viel telefonieren, sehr viele E-Mails», fasst er einen gewöhnlichen Arbeitstag zusammen. Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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