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2002-02-04 10:01:17 Messebauer entwerfen die Bühne für den großen AuftrittDüsseldorf (/gms) - Heute Hannover, morgen Köln: Messebauer ziehen von der Computermesse CeBIT zur Lebensmittelmesse Anuga - und bereisen oft sogar die ganze Welt. Ihre Aufgabe ist, Unternehmen einen standesgemäßen Messestand zu gestalten. Schließlich möchte jede Firma über den begrenzten Hallen-Raum hinaus wirken. Der Messebauer zieht mit an diesem Strang und soll Stände schaffen, die in der Erinnerung der Besucher nachhallen. Messen bieten Unternehmen die Chance, sich dreidimensional zu präsentieren. Das Material der Wände erfüllt ebenso einen Marketing-Zweck wie die Blume in den Vasen auf den Bistrotischen. «Jeder Messeauftritt ist eine bis ins Detail durchdachte Werbemaßnahme», sagt Dieter Wolff, Geschäftsführer der D´Art Design Gruppe aus Neuss. Je kleiner der Stand, desto schwerer ist es, ihn innovativ zu gestalten und von den anderen abzugrenzen. Die großen Messeauftritte dagegen fordern stets ein ganzes Team heraus. Die Messebaufirma beschäftigt viele «Messebauer»: einen Mitarbeiter fürs Design, die Beschaffung der Bauteile, einen Mitarbeiter für den Aufbau, die Technik und die Organisation. Auch in den Unternehmen gibt es häufig einen Ansprechpartner für «Messen und Ausstellungen» innerhalb der Abteilung Unternehmenskommunikation - wie Michaela Dalchow, Teamcoach «Markenführung» beim Telekommunikationsanbieter Tenovis in Frankfurt. Sie koordiniert zum Beispiel Projekte oder entwickelt und pflegt die Corporate Identity - das einheitliche Erscheinungsbild - des Unternehmens. Kleinere Unternehmen können sich diesen Aufwand nicht leisten - hier ist ein Messebauer Mädchen für alles. «Den einen Messebauer gibt es nicht. Letztendlich sind Messebauer die bei Messebauunternehmen oder Agenturen angestellten Mitarbeiter», sagt Uta Goretzky, beim Fachverband Messe- und Ausstellungsbau (Famab) in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen verantwortlich für die Pressearbeit. So führen ganz unterschiedliche Ausbildungen und Qualifizierungen zur Position. Welche das sind, signalisieren die in den jeweiligen Stelleninseraten beschriebenen Aufgaben. Mal sind eher Architekten gefragt, mal Tischler, mal Veranstaltungstechniker, die beispielsweise dafür sorgen, dass geplante Podiumsdiskussionen oder Videovorführungen reibungslos über die Bühne gehen. Bei den meisten Firmen gerne gesehen sind deshalb Multitalente. Besonders gute Jobchancen bestehen laut Famab für junge Leute, die sich im 2001 eingeführten Berufsbild Veranstaltungskaufmann ausbilden lassen. Viele mittelständische Unternehmen bieten Design und Baumaterial aus einer Hand. Ein Interessenkonflikt: «Messeunternehmen nutzen oft ihr vorhandenes Material und schränken sich dabei auf der Suche nach der wirklich optimalen Lösung ein», so Dieter Wolff. Designagenturen widmen sich deshalb meist ausschließlich dem Messedesign und suchen sich ihren Bauteile-Lieferanten selbst aus. Architektur oder Innenarchitektur-Studiengänge bieten ideale Basisqualifikationen für Messedesign. Studieren lässt sich diese Fachrichtung an der Fachhochschule in Detmold in Nordrhein-Westfalen) - im Rahmen eines Innenarchitekturstudiums nach der Zwischenprüfung. Doch auch Innenarchitekten, Kommunikations- oder Produktdesigner können direkt in den Beruf einsteigen. Die D´art Design Gruppe bietet geeigneten Bewerbern die Chance, einen Monat zur Probe zu arbeiten, um zu sehen, ob beide Seiten zusammen passen. Später sind Kontakte und Erfahrungen das A und O. Die Welt der reiselustigen Spezialisten ist letztendlich klein, man trifft sich immer wieder. Gerne auch auf Partys am Vorabend von Messeeröffnungen - zum Job gehört es, immer «ein Ohr am aktuellen Zeitgeschehen» zu halten, verrät Wolff. Denn Messestände spiegeln auch Moden wider. «Derzeit geht der Trend hin zu reduzierten Flächen und Formen», sagt Wolff. Messen sollen Kommunikations-Plattformen sein - Pomp lenkt vom Dialog mit den Kunden ab. Der Messestand ist kein Baum, der wächst und gedeiht, sondern eher eine Kulisse. Nach wenigen Trubel-Tagen rückt das Abbruch-Kommando an, und oft muss der Messebauer sein eigenes Werk wieder zerstören. Für so einen umtriebigen Charakter sollte das kein Problem darstellen - schließlich stehen vielleicht schon morgen die Messen von London oder Paris auf dem Reiseplan. Informationen: Fachhochschule Detmold (Tel.: 05231/769 50); Fachverband Messe- und Ausstellungsbau (Tel.: 05242/945 40); Hauptverband der Deutschen Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH) (Tel.: 02224/937 70, Fax: 02224/93 77 77, Internet: http://www.hdh-ev.de). Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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