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2001-10-29 23:34:42

Ausbildung zum Sport-Manager



Waschkörbeweise geht bei der European Business School (EBS) vor den Toren Wiesbadens in Oestrich-Winkel Post ein. Die Ankündigung für das Intensivstudium Sportökonomie schlug ein wie eine Bombe, freut sich der wissenschaftliche Leiter Michael Wehrheim über die große Resonanz auf die im Januar 2002 beginnende, berufsbegleitende Ausbildung zum Sport-Manager.

Wir betreten Neuland, in dieser komprimierten Form gibt es ein solches Aufbaustudium nirgendwo, erklärt der ehemalige Leistungssportler. In Seminaren und Vorlesungen befassen sich angehende Sportökonomen mit Themen wie Merchandising, Marketing, Sponsoring und Ausgliederung von Abteilungen in Kapitalgesellschaften. Aber auch Präsentation und Rhetorik sowie Vereins- und Verbandsrecht werden angesprochen. Dem Sportsponsoring werden wir große Aufmerksamkeit widmen, denn das gehört in der heutigen Zeit zu den wichtigsten Aufgaben eines Sport- Managers, erklärt Wehrheim.

Das Intensivstudium dauert 30 Tage, aufgeteilt in sechs Blöcke. Billig ist das Studium mit dem Qualitätssiegel Sportökonom (ebs) nicht. Für die Ausbildung sind 9990 Euro (19 500 Mark) plus Mehrwertsteuer fällig. Doch Wehrheim rannte bei Vereinen, Verbänden, Kommunen und der Industrie mit seiner Idee offene Türen ein. Zumal für das Studium im hessischen Rheingau keine akademische Ausbildung erforderlich ist. Der Mangel an gut ausgebildeten Sport-Managern, die die gesamte Bandbreite von Sponsoring über Marketing bis hin zu wirtschafts- und sportwissenschaftlichen Grundlagen beherrschen, ist bekannt. Wir schaffen Abhilfe, sagt Wehrheim.

Bei der Suche nach Persönlichkeiten, die im Beirat die Qualität der Ausbildung sichern sollen, gab es wenige Absagen. Angeführt wird das achtköpfige Gremium vom Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland, Walther Tröger, sowie den Verbands- Vorsitzenden Sylvia Schenk (Bund Deutscher Radfahrer), Clemens Prokop (Deutscher Leichtathletik-Verband) und Werner von Moltke (Deutscher Volleyball-Verband). Das ist eine spannende Sache. Ich mache schon aus eigenem Interesse mit, denn wir brauchen mehr Professionalität im Haupt- und Ehrenamt, so Schenk. Frankfurts frühere Sportdezernentin wird auch als Dozentin zum Thema Stadtmarketing referieren.

Zu den maximal 40 Studenten pro Semester wollen der ehemalige Zehnkampf-Weltrekordler Jürgen Hingsen und Tennis-As Rainer Schüttler stoßen. Beide haben großes Interesse, aber noch keine Anmeldung abgegeben, berichtet der EBS-Professor, der auch hofft, Fußball- Nationalspieler Oliver Bierhoff als Teilnehmer zu begrüßen. Er steht uns aber auf jeden Fall als Referent zur Verfügung, so Wehrheim. Auf die angehenden Sport-Manager warten hochkarätige Dozenten wie Manager Michael Meier von Borussia Dortmund, die Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (Bayer Leverkusen) und Wilfried Straub (Deutsche Fußball- Liga) sowie Wolf-Dieter Poschmann (ZDF-Sportchef). Als Gast-Redner haben IOC-Vizepräsident Thomas Bach und Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß bereits fest zugesagt, berichtet Wehrheim nicht ohne Stolz.


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