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2001-10-22 12:29:45

Uni Bielefeld lehrt gesünder Leben



Gesund zu leben ist lernbar und soll auch in Deutschland einem möglichst großen Kreis von Bürgern vermittelt werden. Dieses Ziel verfolgt seit einigen Jahren die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Uni Bielefeld. Als erste deutsche Hochschule hatte sie 1994 den Studiengang Gesundheitswissenschaften angeboten. Seit der Gründung vor sieben Jahren erhielten bislang mehr als 260 Absolventen ihre Diplome, sagte Uni-Sprecher Gerhard Trott.

Die meisten von ihnen fanden nach Auskunft des damals federführenden Dekans Prof. Klaus Hurrelmann einen Arbeitsplatz im Bereich Gesundheitsplanung und -beratung in Betrieben, Verbänden, Ministerien und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Einigen Nachwuchsakademikern gelang sogar der Sprung in Spitzenpositionen internationaler Gesundheitsorganisationen, freut sich der Forscher.

Mit der jungen Fakultät werden nach seinen Worten Erinnerungen an ähnliche Bemühungen in den zwanziger Jahren wach, als in Deutschland führende Sozialmediziner wie Rudolf Virchow schon einmal den Versuch unternahmen, die Gebiete Soziale Hygiene und Gesundheitsfürsorge wissenschaftlich zu etablieren. Ähnliche Studiengänge gebe es inzwischen auch an anderen deutschen Hochschulen - so in Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Flensburg, Hannover, Heidelberg, München und Ulm. Für das Querschnittsfach wurde in Bielefeld nach Auskunft Hurrelmanns ein gesundheitswissenschaftliches Zentrum aufgebaut, an dem Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen forschen und lehren.

Das Zentrum arbeite eng mit den Fakultäten für Biologie, Pharmazie, Soziologie, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik und Rechtswissenschaften sowie mit Praktikern aus der Medizin zusammen, erläuterte Hurrelmann. Kooperative Kontakte bestünden zu regionalen Einrichtungen der Gesundheitsförderung und Kliniken etwa der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld sowie zum nordrhein-westfälischen Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen.

Klassenziel des viersemestrigen und nicht zulassungsbeschränkten Zusatzstudiengangs innerhalb der Fakultät ist laut Hurrelmann vorrangig die Vermittlung von Erkenntnissen auf den Gebieten Vorbeugung und Gesundheitsförderung, beispielsweise der Verhinderung von Epidemien. Als Schüler des so genannten postgraduierten Studiengangs seien Absolventen unterschiedlicher akademischer Disziplinen wie Sozial- und Naturwissenschaftler, Mediziner, Pädagogen, Psychologen und Ökonomen willkommen. Ihnen winkt als künftigen Gesundheitsexperten ein zusätzliches Diplom.

Für eine gesundheitswissenschaftliche Ausbildung besteht in der Bundesrepublik seit Jahren ein dringender Bedarf, resümierte Hurrelmann. Keine einzige Berufsgruppe, weder Ärzte, Psychologen noch Pädagogen, könne erfolgreich mit den immer stärker um sich greifenden Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, Krebs, psycho-somatische und vegetative Belastungen sowie Allergien umgehen. Vor diesem Hintergrund bestünden für Gesundheitswissenschaftler, davon ist Hurrelmann fest überzeugt, gute Berufsaussichten.

Bis zum 15. Januar 2002 können sich nach Angaben von Dekanats- Mitarbeiterin Regina Pangritz noch Bewerber bei der Fakultät melden. Es stünden im nächsten Jahr maximal 80 Studienplätze zur Verfügung.

(Internet: http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/index.html)


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