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2001-11-12 14:56:38

Mehr Frauen mit Lust auf Pornografie



Freiburg (/lsw) - Immer mehr Frauen haben Interesse an Filmen mit pornografischem Inhalt. «Pornografie ist inzwischen ein Teil von Lifestyle», sagt Nina Degele, Professorin am Zentrum für Antropologie und Geschlechterforschung (ZAG) in Freiburg. Die Zeiten, in denen die Frauenbewegung gegen Pornografie zu Felde zog, seien vorüber. Darauf müsse die Geschlechterforschung reagieren.

An der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beschäftigt sich von diesem Wintersemester an ein Studiengang mit dem Thema Pornografie. «Wir haben eine völlig neue Pornografiedebatte», sagte Degele. Die Filme würden nicht mehr als Form der Frauenunterdrückung verstanden, sondern als ein selbstverständlicher Teil der modernen Mediengesellschaft. «Pornografie ist hofffähig geworden», sagte die Frauenforscherin. Sie stünde nicht mehr in der «Schmuddelecke». In vielen Filmen werde auf die Bedürfnisse der Frauen geachtet. «Wir haben festgestellt, dass es viele feministische Ansätze in der Pornografie gibt», sagte Degele. Grund: Zu den Konsumenten würden immer mehr Frauen gehören.

Der Studiengang Geschlechterforschung, der an der Freiburger Universität im Sommeresemester gestartet wurde, ist der einzige seiner Art in Baden-Württemberg. 94 Studenten befassen sich derzeit mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Im Bereich der Geschlechterforschung spiele Freiburg eine Vorreiterrolle, sagte Degele. Von den 94 Studierenden seien jedoch nur sechs Männer.

(Internet: Zentrum für Antropologie und Geschlechterforschung: http://www.uni-freiburg.de/zag)


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