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2001-10-24 16:20:02

Wenig Ingenieure wegen schlechtem Image



Natur- und Ingenieurswissenschaften haben nach Ansicht des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Hans-Jürgen Warnecke, ein Imageproblem. Wir müssen vermeiden, dass Ingenieure und Naturwissenschaftler zu Fachidioten ausgebildet werden, sagte der Präsident der Fraunhofer- Gesellschaft in Mainz.

Aus Angst, sich auf ein Spezialgebiet verengen zu müssen, schreckten viele junge Menschen vor einem Studium dieser Fächer zurück. Um dort den Nachwuchsmangel zu bekämpfen, müssten deshalb Wirtschaft und Wissenschaft sich in Zukunft mehr anstrengen. Physik, Mathematik, Chemie und Ingenieurswissenschaften studierten nur noch halb so viele junge Menschen wie noch vor zehn Jahren. Erst langsam sei ihre Zahl wieder im Steigen.

Um das Image der Fächer aufzupolieren, sollten Mädchen und Jungen nach Ansicht Warneckes bereits im Grundschulalter dafür begeistert werden. Das ist auch Sache der Wirtschaft und der Wissenschaft, betonte der Fraunhofer-Präsident. Institute müssten mehr Tage der offenen Tür anbieten und Schulklassen zu sich einladen.

Junge Frauen kämen oft gar nicht auf die Idee, Ingenieurinnen oder Physikerinnen werden zu wollen, sagte Warnecke: Sie haben selbst das Vorurteil, nicht in diese Wissenschaftswelt zu gehören, weil sie in der Richtung nicht gefordert und gefördert wurden. Auf Dauer könne die Wissenschaft es sich aber nicht leisten, auf das Potenzial der Frauen zu verzichten. Mit rund 15 Prozent sei der Anteil der Wissenschaftlerinnen in den Fraunhofer-Instituten ebenfalls noch zu gering. Die Quote sei nur etwa halb so hoch wie der Frauenanteil unter den Hochschulabsolventinnen der entsprechenden Fächer.

Erstmals werde in diesen Tagen eine Frau Leiterin eines Fraunhofer-Instituts, und zwar in Darmstadt. Daneben gebe es für die 56 Institute der Gesellschaft 69 männliche Leiter. Insgesamt hat die auf angewandte Forschung ausgerichtete Fraunhofer-Gesellschaft rund 11 000 Mitarbeiter.


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