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2002-01-11 16:25:26

Wenn Arbeit zur Sucht wird



Bremen (APA/) - Sie machen freiwillig Überstunden und nehmen Arbeit mit nach Hause: Workoholics. Wie auf "lifeline.de" berichtet wird, sprechen Experten bei andauernder Arbeitswut mittlerweile von einem echten Suchtverhalten. Eine Forschungsgruppe der Universität Bremen hält Arbeitssucht sogar für ein gefährliches Massenproblem.

Rund 25 Prozent der Manager und Freiberufler gelten als krankhaft arbeitssüchtig. Die Dunkelziffer ist hoch, denn hart arbeitende Menschen werden bewundert und kaum jemand nennt Erfolg eine Krankheit. Doch täglich stürzen sich zehntausende Männer und Frauen maßlos und selbstzerstörerisch in den Beruf, sagt der Wirtschaftswissenschafter Professor Holger Heide.

Natürlich gibt es auch Menschen, meint "lifeline.de", die einfach gerne viel arbeiten und darin eine gewisse Erfüllung sehen. Für den Workoholic aber ist Arbeit ein Abwehrmechanismus. Arbeitssüchtige stürzen sich in den Job, um Konflikten in der Partnerschaft aus dem Weg zu gehen und um das Gefühl der inneren Leere zu überwinden. Betroffen sind hauptsächlich Menschen, die sich im Leben vor allem durch Leistung Anerkennung verschafft haben. Doch Arbeitssüchtige empfinden bei ihrer Arbeit keine Genugtuung. Meist sind sie unfähig, mit sich selbst zufrieden zu sein und leiden unter einem perfektionistischen Leistungsethos. Sie haben weder Freunde noch Zeit für das Privatleben. Wozu auch?

Wie bei allen Süchten ist auch hier der Weg heraus sehr steinig. Betroffene müssen sich erst einmal selbst eingestehen, dass sie arbeitssüchtig sind. Kommt die Einsicht nicht allein, führt häufig eine partnerschaftliche oder gesundheitliche Krise die Wende herbei. Doch soweit sollte es niemand kommen lassen. Erste Anlaufstelle können Selbsthilfegruppen sein.


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