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2003-03-24 11:11:27

Englisch nicht als Erstsprache lernen



Augsburg (/lby) - An Deutschlands Grundschulen sollte nach Auffassung des Augsburger Sprachwissenschaftlers Professor Konrad Schröder Englisch nicht als erste Fremdsprache auf dem Lehrplan stehen. Stattdessen sollten regional bezogen Nachbarsprachen wie Französisch, Italienisch oder Spanisch gelernt werden und Englisch als zweite Fremdsprache später hinzu kommen, sagte Schröder.

Werde Englisch von Anfang an gelernt, würden die Jugendlichen später keine weitere Sprache mehr erlernen. «Ein Europa mit einer Einheitssprache Englisch wäre ein Bürgerkriegseuropa», sagte Schröder. Die regionalen Kulturen seien nur über Sprachen zu erhalten. Schröder: «Wir brauchen die Drei-Sprachigkeit: Deutsch, eine Nachbarsprache und Englisch.» Werde von Anfang an nur Englisch unterrichtet, etabliere sich Englisch als «Euro-Sprache» mit einem «gehobenen schlechten Niveau» zu Lasten von Französisch und Spanisch.

Schröder: «Englisch ist die Weltsprache des 21. Jahrhunderts. Wir brauchen sie als Kleinmünze der zwischenmenschlichen Kommunikation auf allen Ebenen.» Es drohe aber ein «sprachlicher Imperialismus», wenn nur Englisch als erste Fremdsprache in den Schulen angeboten werde. Schröder vertrat die Auffassung, dass fünf Jahre Englischunterricht an den Gymnasien ausreichten. Dazu sollte in jedemFall eine zweite Fremdsprache unterrichtet werden.

Das Erlernen von Fremdsprachen sei auch ein «interkulturelles Training», sagte Schröder. Es leite zum Verstehen von Nachbarkulturenund zum Umgang mit fremden Kulturen an. Die große Gefahr sei der ausschließliche Selbstbezug (Ethnozentrismus) auf die Muttersprache. Derartige Tendenzen seien in Amerika und England mit massivem Druck zu erkennen. Die weltweite Vorrangstellung des Englischen habe in diesen Ländern dazu geführt, dass Engländer und Amerikaner kaum Fremdsprachen lernen. Dies drohe auch in Deutschland, werde nur Englischunterricht an den Schulen gefördert.


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