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2003-02-03 12:55:39 Deutsch-Unterricht vermiest Freude am SchreibenHildesheim - Der Deutsch-Unterricht vermiest nach Ansicht des Schriftstellers Hanns-Josef Ortheil vielen Schülern die Lust am Schreiben und Lesen. Das «ewige Interpretieren von Texten» verderbe ihnen oft den Spaß, sagte Ortheil in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur . Der 50-Jährige hat vor kurzem die erste Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Deutschland an der Universität Hildesheim erhalten. «Der Deutschunterricht ist in einem schlechten Zustand», sagte Ortheil. Das kreative Schreiben und die Ausdrucksfähigkeit werde zu sehr vernachlässigt. Ortheil, der in Stuttgart und Hildesheim lebt, hat für sein erzählerisches Gesamtwerk im Jahr 2002 den Thomas-Mann- Preis erhalten. Bei Prüfungen erlebe er auch oft, dass sich junge Studierende nur schlecht ausdrücken könnten. Er denke dann nur, «wieso stottern die so rum?». Nach Ansicht Ortheils sollte nicht nur in der Oberstufe, sondern während der gesamten Schulzeit auf die Verbesserung des Ausdrucksvermögens geachtet werden. Der Begabtenstudiengang «Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus» an der Universität Hildesheim bringt Ortheil zufolge echte Talente hervor. «Wir haben eine hochinteressante Korona von Leuten. Aber es ist nicht so, dass lauter Besteller-Autoren entstehen sollen.» Der Andrang auf den Studiengang sei groß. Jedes Wintersemester bekomme er rund 500 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, könne aber nur zehn aufnehmen, sagte Ortheil. Die literarischen Vorbilder der Studierenden seien oft Autoren wie Ernest Hemingway, William Faulkner und Gabriel Garcia Marquez. «Die deutsche Literatur spielt eine geringere Rolle», meinte der Schriftsteller, dessen neuer Roman im Sommer erscheinen soll. Zu seinen Werken gehören unter anderem die Roman-Trilogie «Faustinas Küsse» und «Licht der Lagune». Eine Übersicht aller News gibts hier. |
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